Zweite Welle

04. August 2020 08:26; Akt: 04.08.2020 10:46 Print

«Verdrängung verspielt die bisherigen Erfolge»

Die zweite Corona-Welle ist aus Sicht des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits da. Eine Mischung aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht verspiele die bisherigen Erfolge.

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Zahlreiche Strandbesucher sind bei sommerlichen Temperaturen am Nordseestrand von Schillig. (Bild: DPA/Mohssen Assanimoghaddam)

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Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. «Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle», sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der Augsburger Allgemeinen am Dienstag. Auch wenn diese nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April vergleichbar seien. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. «Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen», warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. «Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen», sagte Johna.

Kapazitäten werden schrittweise ausgeschöpft

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. «So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft», sagte Johna.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, «so rettet auch der Mundschutz Leben», betonte die Verbandschefin.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 04.08.2020 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Heimkehr der Ballermänner wird Gesundheitsminister Spahn mehr als nur eine schlaflose Nacht bereiten. Hoffen, dass diese Profisäufer ihren Weg nicht über LU nach DE finden.

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  • Ralph Strupp am 04.08.2020 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg ist auf dem Index und in Deutschlan geht die Party weiter. Ich als Deutscher schäme mich dafür.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 04.08.2020 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Heimkehr der Ballermänner wird Gesundheitsminister Spahn mehr als nur eine schlaflose Nacht bereiten. Hoffen, dass diese Profisäufer ihren Weg nicht über LU nach DE finden.

    • lipp am 05.08.2020 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Als wéi wann et hei keng "Profisäufer" géing ginn...

    • MrKanister am 05.08.2020 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      Wou kann een sech dann unmelden fir dofir bezuelt ze gin?

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  • Ralph Strupp am 04.08.2020 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg ist auf dem Index und in Deutschlan geht die Party weiter. Ich als Deutscher schäme mich dafür.