Attacke auf Politiker

09. Januar 2019 16:11; Akt: 09.01.2019 16:15 Print

Video relativiert erste Schilderung der AfD

Zwei Tage nach der Attacke auf den Bremer AfD-Landeschef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz hat dieser das Krankenhaus verlassen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er habe sich am Mittwoch auf eigenen Wunsch entlassen, sagte der stellvertretende Bremer AfD-Vorsitzende Thomas Jürgewitz. Die Bremer Polizei schaltete inzwischen ein Hinweisportal frei, auf rund um die Tatzeit entstandene Fotos und Videos von der Gegend des Geschehens hochgeladen werden können.

Magnitz war am frühen Montagabend in Bremen von drei Unbekannten auf einer Straße attackiert und verletzt worden. Den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge näherten sie sich dem 66-Jährigen von hinten, einer schlug ihn nieder. Magnitz fiel hin und erlitt eine blutende Verletzung am Kopf. Die Beamten gehen von einer politisch motivierten Tat aus, der Staatsschutz ermittelt.

Empörung und Warnungen

Nach einer Auswertung von Videoaufzeichnungen relativierten die Ermittler damit zugleich Schilderungen, die die Bremer AfD zu der Attacke verbreitet hatte. Diese sprach von einem «Mordanschlag» und teilte mit, Magnitz sei mit einem Kantholz niedergeschlagen sowie am Boden liegend weiter mit Kopftritten traktiert worden. Demnach hörten die Täter erst damit auf, als ein Handwerker eingriff.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwalt gab es nach derzeitigem Ermittlungsstand hingegen keinen Schlag mit einem Gegenstand. Die Angreifer flüchteten außerdem nach dem Schlag und dem Sturz. Zwei Handwerker, die in der Nähe ihr Auto beluden, wurden auf den am Boden liegenden Magnitz aufmerksam und riefen den Rettungsdienst.

Der Angriff auf den Bundestagsabgeordneten sorgte in allen politischen Lagern für Empörung sowie Warnungen vor einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung. In Bremen wird im Mai eine neue Bürgerschaft gewählt. Darin ist die AfD aktuell mit einem Abgeordneten vertreten. Zuletzt hatte es auch mehrere Attacken auf Einrichtungen der Partei in verschiedenen Bundesländern gegeben.

(L'essentiel/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.