Internationale Automobilaustellung

10. September 2021 17:39; Akt: 10.09.2021 18:01 Print

Viel Protest und noch mehr Polizei bei der IAA

Die Proteste gegen die IAA in München haben einen Höhepunkt erreicht. Bei Zusammenstößen setzte die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Am Einsatzkonzept wurde Kritik laut.

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Die Beamten setzten am Freitag mehrmals Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Demonstranten ein. (Bild: DPA/Matthias Balk)

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Bei Protesten gegen die Automesse IAA Mobility in München ist es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Beamten setzten am Freitag mehrmals Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Demonstranten ein. Aktivisten und Politiker kritisierten das Vorgehen. Die IAA-Gegner besetzten ein Haus, das allerdings wieder geräumt wurde, demonstrierten auf mehreren der Open Spaces genannten Aktionsflächen in der Innenstadt und blockierten zeitweise erneut eine Autobahn. In der Nacht zuvor wurde das Privathaus von VW-Konzernchef Herbert Diess in München Ziel einer Farbattacke.

In der Karlstraße, nahe der Altstadt, besetzten Aktivisten am Freitag vorübergehend ein Haus. Man wolle dort einen «Open Space for Future» als Kontrapunkt setzen zu den von der IAA genutzten Open Spaces im Stadtgebiet, hieß es vom Aktionsbündnis «No Future for IAA».

Als ein Protestzug vor dem Gebäude stoppte, kam es Beobachtern zufolge zum Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Eine Person, die auf einen Baum kletterte, wurde verletzt. Wie genau und wie schwer sei unklar, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Florian Siekmann, der die Proteste als «Parlamentarischer Beobachter» begleitet hatte. Allerdings sei ein Rettungswagen im Einsatz gewesen. Im Laufe des Nachmittags wurde das Gebäude nach Angaben der Aktivisten von der Polizei geräumt.

Polizei mit 4500 Beamten im Einsatz

Bereits am frühen Vormittag hatte es Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben, die insgesamt mit bis zu 4500 Beamten zur Messe im Einsatz ist. Einem Polizeisprecher zufolge sollen IAA-Gegner versucht haben, eine Polizeiabsperrung an der Theresienwiese zu durchbrechen.

Auf der Fläche, auf der normalerweise das Oktoberfest stattfindet, befindet sich ein Camp der IAA-Kritiker, von dem aus Hunderte Aktivisten und andere Demonstranten aufgebrochen waren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Ort, die Zahl der Beamten überstieg Beobachtern zufolge die der Demonstranten deutlich.

Klimaaktivisten blockieren Autobahn

Ohne direkten Zusammenhang zu diesen Ereignissen wurden am Haus von VW-Chef Diess Schmierereien entdeckt, wie ein Sprecher des Unternehmens in Wolfsburg sagte. Zuvor hatte das Wirtschaftsportal «Business Insider» über den Fall berichtet. «Diess enteignen» habe demnach etwa auf der Tür gestanden. Außerdem sei ein Zettel mit Anschuldigungen gegen einen «Vertreter des deutschen Autokapitals» angeklebt worden. Der Manager habe Strafanzeige erstattet.

Am Freitag gab es Aktionen von IAA-Gegnern auch auf den Open Spaces am Königsplatz und am Odeonsplatz sowie bei einem Bosch-Werk.

Zudem blockierte eine Gruppe von Klimaaktivisten kurzzeitig die für die Messe eingerichtete Sonderspur BlueLane auf der Autobahn A94, die an der Messe vorbeiführt. Aktivisten hatten bereits am Dienstag an mehreren Autobahnen im Raum München Banner angebracht und sich an einigen Brücken abgeseilt. Die Fernstraßen mussten deswegen vorübergehend gesperrt werden.

«Brückenkletterer bleiben bis Messeende eingesperrt! So läuft's in Bayern»

Weitere Blockaden und Störaktionen bei der IAA sind angekündigt. Die Polizei teilte mit, man werde gegen Straftaten konsequent vorgehen. Polizeiabsperrungen hätten nicht nur «Empfehlungscharakter». Insgesamt sieht sich die Münchner Polizei in ihrem Einsatzkonzept bestätigt: Es sei «genau richtig, niederschwellig sowohl Kontrollen durchzuführen als auch hier mit starken Kräften vor Ort zu sein», sagte ein Sprecher.

Klimaaktivisten kritisierten dagegen das Vorgehen der Polizei und sprachen von «massiver Gewalt» seitens der Polizei, von der man sich aber «nicht einschüchtern» lassen wolle.

Auch auf politischer Ebene ist die Debatte über die Proteste angekommen: Die Grünen-Abgeordnete Claudia Köhler, die die Proteste ebenfalls beobachtete, kritisierte das Vorgehen der Polizei auf der Theresienwiese als «unangebracht». Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, kündigte auf Twitter an, den Einsatz der Polizei parlamentarisch aufzuarbeiten.

Dagegen hatte CSU-Generalsekretär Markus Blume bereits am Mittwoch getwittert: «Brückenkletterer bleiben bis Messeende eingesperrt! So läuft's in Bayern!» Am Freitag entschied das Landgericht Landshut allerdings, dass fünf Aktivisten frei kommen sollen. Es gab ihrer Beschwerde gegen die Gewahrsamnahme recht. Der Entschluss ist aber noch nicht rechtskräftig. Zuerst hatte der «Münchner Merkur» über die Entscheidung berichtet.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Valchen am 12.09.2021 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Méi Muecht den Fuzzien! Wielt: Riud/Gréng! Top! NOT! :-((

  • jean-paul am 11.09.2021 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sie nennen sich grün, aber verhalten sich wie faschisten.

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  • Daweb am 11.09.2021 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wei sinn dei klimaktivisten dann dohinner kom? Zufouss?

Die neusten Leser-Kommentare

  • KrötaKarpfenteich am 20.10.2021 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grünen haben es geschafft die Gesellschaft zu spalten!

  • Valchen am 12.09.2021 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Méi Muecht den Fuzzien! Wielt: Riud/Gréng! Top! NOT! :-((

  • Daweb am 11.09.2021 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wei sinn dei klimaktivisten dann dohinner kom? Zufouss?

  • jean-paul am 11.09.2021 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sie nennen sich grün, aber verhalten sich wie faschisten.

    • Christophe am 12.09.2021 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      und sie nennen sich Demokrat, sind aber braun?

    • @CHristoph am 20.10.2021 21:03 Report Diesen Beitrag melden

      @C: ...und plappern alles nach was die deutschen Staatsmedien trompeten?

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