zweite Corona-Welle

13. Juli 2020 15:59; Akt: 13.07.2020 16:15 Print

Wachsamkeit ist für Spahn das Gebot der Stunde

Deutschland hat das Corona-Virus derzeit gut im Griff. Die Gefahr einer zweiten Infektionswelle sei aber real und könnte die Bürger trotzdem treffen.

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«Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird», sagt Spahn in Hinblick auf die Situation in spanischen Urlaubsorten. (Bild: DPA/Clara Margais)

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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Leichtsinn im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt. «Die Gefahr einer zweiten Welle ist real», sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Wachsamkeit ist für Regierung und RKI das Gebot der Stunde. Übermut wie am Wochenende auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca dürfe es nicht geben. Spahn: «Wir dürfen das Erreichte nicht gefährden.» In Deutschland seien derzeit vor allem regionale und lokale Ausbrüche jederzeit möglich. Doch sei das Land gut gerüstet.

Mit rund 5000 bekannten Fällen aktuell aktiver Infektionen seien die Zahlen derzeit in Deutschland «auf niedrigem Niveau», so Spahn. Weiter komme es vor allem auf das Verhalten der Menschen an. An alle Bürgerinnen und Bürger gewandt sagte er: «Bitte, halten Sie Abstand. Bitte, halten Sie sich an die empfohlenen Hygienemaßnahmen. Und bitte, tragen Sie überall dort, wo es in geschlossenen Räumen empfohlen ist, die Alltagsmasken.»

« Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird. »

Gleichzeitig betonte Spahn, es müsse nicht automatisch mit einer zweiten Welle im Herbst oder Winter gerechnet werden. «Die meisten wissen, dass Gruppenreisen zum Ballermann, dass Großveranstaltungen, dass Umarmen zur Begrüßung oder das Einkaufen ohne Maske momentan keine guten Ideen sind», sagte Spahn. «Wir haben besser gelernt, mit dem Virus zu leben, und wir wissen auch mehr über dieses Virus.»

Mit Blick auf Mallorca mahnte Spahn: «Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird.» An der Playa de Palma hatten Hunderte Touristen unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen hemmungslos gefeiert. Spahn sagte, gemeinsames Feiern erhöhe das Risiko. «Ich bin jetzt wirklich kein Spielverderber oder Spaßverderber oder Feierverächter – aber es ist halt grad nicht die Zeit dafür.» Während der Rückreise im Flugzeug und dann zu Hause steigerten diese Menschen dann auch das Risiko für viele andere. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als ein Ausgangspunkt für die Verbreitung von Sars-CoV-2 auch in Deutschland.

1,1 Millionen Menschen können in Deutschland pro Woche getestet werden

Allein in der vergangenen Woche wurden laut Spahn etwa knapp 500.000 Menschen auf das Virus getestet – 175.000 mehr als noch vor vier Wochen. Vor allem in Fällen von lokalen Ausbrüchen seien Reihentestungen sinnvoll. Laut Wieler können in Deutschland derzeit 1,1 Millionen Menschen pro Woche auf Corona getestet werden.

Mehr als 15,5 Millionen Menschen haben die deutsche Corona-Warn-App heruntergeladen. In dieser Woche soll sie auch auf Türkisch geschaltet werden. Die Kliniken haben laut Spahn nach wie vor genügend Kapazitäten für Intensivbehandlungen; diese könnten flexibel regional hoch- und heruntergefahren werden.

(L'essentiel/dpa)

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