30. Jahrestag

10. November 2019 13:51; Akt: 10.11.2019 13:53 Print

Zehntausende feiern den Berliner Mauerfall

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin feiern Zehntausende den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete den 9. November als einen Schicksalstag der Deutschen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rief dazu auf, die 1989 errungene Freiheit gegen neue Anfeindungen zu verteidigen. (Video: AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, die 1989 errungene Freiheit gegen neue Anfeindungen zu verteidigen. «Der 9. November, in dem sich in besonderer Weise sowohl die fürchterlichen als auch die glücklichen Momente unserer Geschichte widerspiegeln, ermahnt uns, dass wir Hass, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegentreten müssen», sagte Merkel am Samstag in Berlin bei der zentralen Gedenkfeier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an die Europäer, weiter engagiert an der Einheit des Kontinents zu arbeiten. Nicht alle Hoffnungen und Ziele beim Einreißen des Eisernen Vorhangs seien erreicht worden. «Freiheit und Demokratie, Wohlstand und Zusammenhalt in Europa bleiben große und anspruchsvolle Ziele.»

Feier auf dem früheren Todesstreifen

Die Spitzen des Staates gedachten am Samstag in Berlin bei der zentralen Feier auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße des Falls der Mauer vor genau 30 Jahren. Der Bundespräsident hatte dazu auch die Staatsoberhäupter der Slowakei, Tschechiens, Polens und Ungarns - Zuzana Caputova, Milos Zeman, Andrzej Duda und Janos Ader - nach Berlin eingeladen.

«Ohne den Mut und den Freiheitswillen der Polen und Ungarn, der Tschechen und Slowaken wären die friedlichen Revolutionen in Osteuropa und die deutsche Einheit nicht möglich gewesen», sagte Steinmeier am Denkmal für den Beitrag der vier Visegrad-Staaten zum Mauerfall. Die Freiheitsbewegungen in diesen Ländern hatten ihn erst möglich gemacht.

«Schicksalstag der Deutschen»

Der 9. November sei ein Schicksalstag der deutschen Geschichte, sagte Merkel. Sie erinnerte an die Pogromnacht der Nazis von 1938. Darauf seien Menschheitsverbrechen und der Holocaust gefolgt. Das Niederreißen der Mauer 1989 zeigt aus Sicht der Kanzlerin: «Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann.»

Der Direktor der Gedenkstätten-Stiftung, Axel Klausmeier, sagte bei der Feierstunde, an der auch Zeitzeugen und Schüler teilnahmen: «Die friedliche Revolution bedeutet zuallererst Verantwortung zu übernehmen, Toleranz zu leben, Demokratie und Menschenrechte zu achten und zu verteidigen und den Traum vom vereinten Europa mit Leben zu füllen.»

Rosen für die Mauer-Opfer

Bei dem Gedenken steckten Steinmeier, Merkel und andere hochrangige Politiker wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller für die Mauer-Opfer gelbe und orange Rosen in die Hinterlandmauer. Zur Erinnerung an den Mut der DDR-Opposition im Herbst 1989 wurden Kerzen entzündet. Auf Demonstrationen getragene Kerzen waren damals das Symbol des gewaltlosen Widerstands.

Während einer Andacht in der ebenfalls auf dem ehemaligen Todesstreifen gelegenen Kapelle der Versöhnung sagte der evangelische Bischof von Berlin und Brandenburg, Markus Dröge, die Erinnerung an die friedliche Revolution falle in diesem Jahr nachdenklicher als vor fünf Jahren aus. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle habe alle aufschrecken lassen. Zudem seien die gesellschaftlichen Diskussionen schärfer geworden. Auch werde deutlicher formuliert, welch radikale Umbrüche die Ostdeutschen in Beruf und Alltag nach 1989 erlebt hätten.

«Ein Tag, der mahnt»

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer erinnerte an den Mut der Ostdeutschen und schrieb auf Twitter: «Auch heute geht es um Mut und Zuversicht.» Mit Blick auf die Pogromnacht 1938 erklärte sie außerdem: «Begonnen hatte es mit verrohter Sprache, Hass und Hetze, Ausgrenzung und Diffamierung. Der 9. November ist auch ein Tag, der mahnt - für heute und die Zukunft.»

Die Bernauer Straße gilt als Symbol der deutschen Teilung. Als die Mauer 1961 hochgezogen wurde, lag die Häuserfront der Straße im Osten, das Trottoir im Westen.

Mit dem 9. November 1989 ging die deutsche Teilung nach rund 40 Jahren zu Ende, die Berliner Mauer selbst hatte mehr als 28 Jahre Bestand. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der etwa 160 Kilometer langen Mauer in der Hauptstadt mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wo bleiben die Begeisterungskommentare am 20.11.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    oh, für das, wo zehntausende den Mauerfall feierten, fällt die Begeisterun der Kommentare aber miegrig aus. Wohl wieder mal "Leutverarscherei"!

  • Schmierenkomödie am 12.11.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ohje, noch kein Kommentar zum Schmierentheater der Politik-Elite!!! Konnten sich wohl wieder auf Steuerzahlers Kosten vollstopfen!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • wo bleiben die Begeisterungskommentare am 20.11.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    oh, für das, wo zehntausende den Mauerfall feierten, fällt die Begeisterun der Kommentare aber miegrig aus. Wohl wieder mal "Leutverarscherei"!

  • Schmierenkomödie am 12.11.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ohje, noch kein Kommentar zum Schmierentheater der Politik-Elite!!! Konnten sich wohl wieder auf Steuerzahlers Kosten vollstopfen!!!!