Generalbundesanwalt prüft

21. Mai 2013 21:35; Akt: 21.05.2013 22:20 Print

«Bommeleeër»-​​ Zeuge beschäftigt Berlin

LUXEMBURG - Während der Zeuge Andreas Kramer beim Bommeleeër-Prozess für Kopfschütteln sorgte, interessieren seine Agenten-Theorien nun die deutsche Regierung.

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Können die Aussagen von Andreas Kramer neues Licht in die Anschläge auf das Münchner Oktoberfest 1980 mit 13 Toten bringen? Während der Deutsche als Zeuge der Verteidigung mit seinen Agenten-Theorien beim Bommeleeër-Prozess von der Staatsanwaltschaft als «unglaubwürdig» eingestuft worden war, beschäftigen seine Aussagen nun die deutsche Regierung.

Diese lässt über den Generalbundesanwalt prüfen, ob der Bundesnachrichtendienst BND am Anschlag auf das Münchener Oktoberfest beteiligt gewesen sein könnte. Dies geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Frage hervor, aus der die «Sueddeutsche Zeitung» auf ihrer Internetseite zitiert. Einzelheiten zu der Überprüfung werden aus «kriminaltaktischen Gründen» nicht genannt.

Keine Hinweise auf BND-Tätigkeit

Anlass waren die Erläuterungen von Andreas Kramer beim Bommeleeër-Prozess und in verschiedenen deutschen Medien. Kramer hatte schwerste Anschuldigungen gegen das Luxemburger Stay-Behind-Netzwerk erhoben und eine direkte Beteiligung des luxemburgischen SREL und des deutschen BND an der Attentatsserie in den 1980-er Jahren in den Raum gestellt. Er bezog sich dabei auf seinen Vater, der im vorigen Jahr gestorben war. Dieser soll Hauptmann bei der Bundeswehr gewesen sein.

Die Bundesregierung bestätigt laut «sueddeutsche.de», dass es einen Hauptmann gab, auf den die Daten zutreffen. Kramer behauptete, sein Vater sei zudem BND-Agent und ein «echter Rechtsradikaler» gewesen. Hinweise auf eine BND-Tätigkeit gebe es laut Bundesregierung demnach aber keine.

Bisher galt das Attentat von München als das Werk eines rechtsextremistischen Einzeltäters.

(sb/L'essentiel Online)

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