Neue Partner von Zhengzhou

09. Mai 2014 14:13; Akt: 11.05.2014 14:19 Print

Chinesen irritieren mit neuen Kooperationen

LUXEMBURG - Der Heimatflughafen des chinesischen Cargolux-Investors ist Deals mit zwei deutschen Airports, darunter Frankfurt-Hahn, eingegangen. Geht der Findel am Ende leer aus?

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Die Tinte unter den Verträgen zwischen Cargolux und Henan Civil Aviation Development and Investment (HNCA) ist noch nicht ganz trocken, da sorgen Kooperationen zweier deutscher Flughäfen mit anderen Partnern aus der chinesischen Provinz Henan für Irritationen und Sorgen in Luxemburg.

Gerade mal zwei Wochen nachdem sich HNCA zu 35 Prozent bei Cargolux eingekauft hat – der ehemalige Verkehrsminister Claude Wiseler (CSV) hatte den Deal vor knapp einem Jahr eingefädelt - wurde am Mittwoch bekannt, dass der Flughafen Frankfurt-Hahn eine Kooperation mit dem Airport Zhengzhou, dem Heimatflughafen von HNCA, eingeht.

Konkurrenz in unmittelbarer Nähe

Ein entsprechender Vertrag wurde am Freitag unterschrieben. Die Zahl der Flüge zwischen dem Hunsrück und der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan soll demnach von derzeit drei pro Woche in den kommenden zwölf Monaten verdoppelt werden. Die Zusammenarbeit läuft unter dem Namen «World Cargo Airports Alliance» und wird von dem Unternehmen BST Logistics unterstützt, das Frachtflüge organisiert. In Kürze sollen der Allianz den Angaben zufolge noch Flughäfen in Russland und den USA beitreten.

Eine weitere strategische Flughafen-Kooperation ging die Henan Province Airport Group, ebenfalls in Zhengzhou angeseidelt, am Donnerstag mit der Mitteldeutschen Airport Holding, die den fünftgrößten europäischen Fracht-Flughafen Leipzig/Halle betreibt, ein. Sie hat das Ziel, gemeinsam Luftfrachtverkehrsverbindungen zu entwickeln und die Standorte als zentrale Drehscheiben für die Verteilung von Warenströmen in China und Europa zu stärken.

Fragen über Fragen

Ob diese beiden Kooperationsabkommen die einzigen zwischen Zhengzhou und einem Konkurrenz-Flughafen zu Luxairport sein werden, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Die beiden Flughäfen in Deutschland haben im Gegensatz zum Luxairport jedenfalls eine 24-Stunden-Betriebsgenehmigung und damit einen enormen Vorteil gegenüber dem Findel mit seinem Nachtflugverbot. Den Verantwortlichen aus Zhengzhou kann es eigentlich egal sein, wo ihre Fracht nach Europa hingeflogen wird. Hauptsache, sie kann zu niedrigen Preisen auf einem logistisch günstigen Umschlagplatz während des ganzen Tages abgefertigt werden.

Der von staatlicher Seite eingefädelte Einstieg von HNCA wirft jedenfalls nach nur wenigen Tagen mehr Fragen als Antworten auf. Zahlreiche parlamentarische Anfragen erreichten in den vergangenen Tagen Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng), unter anderem von Laurant Mosar (CSV) und Justin Turpel (Déi Gréng): Werden sich die Kooperationen von Zhengzhou mit Frankfurt-Hahn und Leipzig/Halle auf die Partnerschaft von HNCA und Cargolux auswirken? Warum ist Luxairport keine Kooperation mit Zhengzhou eingegangen? Geht der Luxairport am Ende sogar leer aus? Und der LCGB sorgt sich um die Arbeitsplätze im Großherzogtum.

«Gleicher Zirkus wie mit Quatar Airways?»

Scheinbar wurden weder Cargolux, noch der Airport, noch der Staat über die Kooperationen vorab unterrichtet. Nicht verwunderlich also, dass auf Luxemburger Seite allgemeine Überraschung herrscht und sich auch niemand der Verantwortlichen zum derzeitigen Zeitpunkt gegenüber L’essentiel äußern möchte. Hubert Hollerich von OGBL hat gar ein Déjà-vu, spricht von einem «Dolchstoß in den Rücken des Findels» und fürchtet, dass mit dem chinesischen Investor «der gleiche Zirkus wie mit Quatar Airways» bevorsteht.

(Philip Weber/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trier setzt auf China? am 09.05.2014 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdem der Hahn nicht von der Nachtflugsperre in Frankfurt/Main profitieren konnte, versucht man jetzt wohl das Wasser aus dem Findel abzugraben...

  • treie Lieser am 09.05.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Do leisst ett sech natierlech Froen op t'Regierung iwwert deen Deal bescheed wosst wei si mat HNCA ennerschriwwen huet, an wann nett, wisou? Iwwert esou Saachen muss een sech dann am Firfeld informeieren eiert een esou eppes ennerschreiwt!

  • elmel am 09.05.2014 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Do kann een sech dann elo d' Fro stellen, ob se vläicht net besser gehaat hätten den Deal mat de Russen ze maachen am Plaz vun de Chinesen. Mee do gäifen der dann elo och erem vill jäitzen wéinst der aktueller Situatioun beim Putin

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trier setzt auf China? am 09.05.2014 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdem der Hahn nicht von der Nachtflugsperre in Frankfurt/Main profitieren konnte, versucht man jetzt wohl das Wasser aus dem Findel abzugraben...

  • treie Lieser am 09.05.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Do leisst ett sech natierlech Froen op t'Regierung iwwert deen Deal bescheed wosst wei si mat HNCA ennerschriwwen huet, an wann nett, wisou? Iwwert esou Saachen muss een sech dann am Firfeld informeieren eiert een esou eppes ennerschreiwt!

  • Den Mich am 09.05.2014 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Aua !!! Do mussen mir oppassen

  • elmel am 09.05.2014 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Do kann een sech dann elo d' Fro stellen, ob se vläicht net besser gehaat hätten den Deal mat de Russen ze maachen am Plaz vun de Chinesen. Mee do gäifen der dann elo och erem vill jäitzen wéinst der aktueller Situatioun beim Putin

    • Den Mich am 09.05.2014 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz richteg, elmel

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