Nato

12. Juli 2018 11:28; Akt: 12.07.2018 12:50 Print

Trump droht mit Ausstieg und dann doch nicht

US-Präsident Donald Trump hat offen mit einem amerikanischen Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht und wenig später zugesichert, weiterhin zur Nato zu stehen.

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Versteht keinen Spaß in Verteidigungsfragen: US-Präsident Donald Trump. (Bild: DPA/Evan Vucci)

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US-Präsident Donald Trump hat der Nato nach Angaben von Diplomaten offen mit einem amerikanischen Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht. Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagte Trump demnach am Donnerstag beim Gipfeltreffen in Brüssel. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren Quellen. Nach Trumps Äußerungen kamen die 29 Bündnispartner zu einer Sondersitzung zusammen.

Wie ernst Trump die Drohung meint, ist fraglich. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagmittag sicherte er zu, weiter zur Nato zu stehen. Die Vereinigten Staaten würden dem Bündnis sehr stark verpflichtet bleiben, sagte er nach einer Krisensitzung beim Nato-Gipfel in Brüssel. Wenig später glättete er auch die Wogen in Richtung Deutschland: «Ich habe große Achtung vor Deutschland», sagte Trump bei der Pressekonferenz. Das klang wenige Stunden vorher noch ganz anders.

Beim Gipfel hatte sich zuvor vor allem Deutschland geweigert, weitreichende Zusagen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben zu machen. Die Bundesregierung will die Quote bis 2024 lediglich auf 1,5 Prozent des BIP erhöhen. Sie verweist dabei darauf, dass sich die Nato-Staaten 2014 lediglich darauf geeinigt haben, sich bis 2024 in Richtung der zwei Prozent zu bewegen.

Dies hält der US-Präsident für völlig unzureichend. Trump beklagt eine unfaire Lastenteilung und attackiert seit Monaten vor allem Deutschland. Nach den jüngsten Prognosen der Nato werden 2018 neben den USA lediglich Griechenland, Großbritannien, Polen, Rumänien sowie die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland das Zwei-Prozent-Ziel erreichen. Deutschland liegt trotz deutlich steigender Verteidigungsausgaben derzeit bei etwa 1,24 Prozent.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Menni am 12.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich zerfällt die NATO und Europa verteidigt sich selbst, dann werden die Offensiven auf andere Länder aufhören. Die USA haben die Europäer schon in manch ungewollten Krieg hineingezogen !

  • dusninja am 12.07.2018 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na, den Irakkrieg war Deutschland nicht bei der Axe der Willingen. Nur bei der Mittelachse. Um so erstaunlicher, dass genau diese vergifteten Ausdrücke jetzt wieder auftauchen.

  • remo raffaelli am 12.07.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    JCl. Junker hatte schon vor 2 Jahren die Idee Europa selbst mit eigener Armé zu stellen und NATO raus. Nur durch die Amerikaner also seid Nato besteht saugen dieUSA alle Mitgliedstaaten mit in Kriege.....nur um die USAwirtschaft zu stärken , die EU soll mal wach werden mit diesem dreckigen Methoden der USA!

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  • dusninja am 12.07.2018 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na, den Irakkrieg war Deutschland nicht bei der Axe der Willingen. Nur bei der Mittelachse. Um so erstaunlicher, dass genau diese vergifteten Ausdrücke jetzt wieder auftauchen.

  • remo raffaelli am 12.07.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    JCl. Junker hatte schon vor 2 Jahren die Idee Europa selbst mit eigener Armé zu stellen und NATO raus. Nur durch die Amerikaner also seid Nato besteht saugen dieUSA alle Mitgliedstaaten mit in Kriege.....nur um die USAwirtschaft zu stärken , die EU soll mal wach werden mit diesem dreckigen Methoden der USA!

  • Menni am 12.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich zerfällt die NATO und Europa verteidigt sich selbst, dann werden die Offensiven auf andere Länder aufhören. Die USA haben die Europäer schon in manch ungewollten Krieg hineingezogen !