«Neurotizismus»

27. Juli 2017 11:48; Akt: 27.07.2017 14:09 Print

Trierer Forscher analysiert Trumps Tweets

TRIER – Dass Trump sehr viel und eigenartig twittert, ist offenkundig. Jetzt hat ein Trierer Forscher mit einem Kollegen den Kommunikations-Strudel hochwissenschaftlich analysiert.

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«Ich bin doch der Schlauste und eigentlich wissen das auch meine Gegner» - zumindest seinen Tweets zufolge mangelt es dem US-Präsidenten nicht an Selbstbewusstsein. (Bild: Pixabay)

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Kaum ein Politiker nutzt den Kurznachrichtendienst so intensiv wie Donald Trump. Seit seinem ersten Tweet im Jahr 2009 hat er bis Mai 2017 mehr als 35.000 Nachrichten per Twitter verschickt. Das sind etwa zwölf pro Tag und damit das Dreifache seines Amtsvorgängers.

Aber was sagen Donald Trumps Tweets über seine Persönlichkeit aus und wie wirken sich diese Wesenszüge auf seine politische Führungsrolle aus? Das haben Christian Fisch von der Universität Trier und Martin Obschonka (University of Queensland, Australien) in einer wissenschaftlichen Studie untersucht. Die Analyse der Kurznachrichten weist den amerikanischen Präsidenten als unternehmerisch geprägte Persönlichkeit aus, mit kreativem Potenzial, ausgeprägtem Konkurrenzdenken, einem Hang zum Brechen von Konventionen – allerdings auch mit neurotischen Tendenzen.

3200 Tweets untersucht

Fisch und Obschonka untersuchten mithilfe etablierter Software 3200 Tweets, die Trump bis zu seiner Präsidentschaft im Oktober 2016 absetzte. Die Forscher verglichen diese Tweets mit denen von 105 einflussreichen Managern – darunter Eric Schmidt von Google und Meg Whitman von Hewlett-Packard – und Unternehmern wie Elon Musk (Tesla) und Jeff Bezos (Amazon).

Danach entspricht Trumps Charakter dem vom Ökonomen Joseph Schumpeter bereits 1930 entworfenen Bild des typischen Unternehmers: kreativ, veränderungs- und wettbewerbsorientiert, geringe Akzeptanz von Regeln und Konventionen. Die Analyse deutet bei Trump allerdings auch auf neurotische Tendenzen und belastende Erfahrungen hin.

«Diese Züge sind eher untypisch, da die Arbeit als Unternehmer emotionale Stabilität und Optimismus erfordert und der prozessbedingte Nutzen das Glücksgefühl erhöht», erklärt Obschonka. Neurotizismus rufe aber nicht nur negative Begleiterscheinungen hervor, sondern könne auch die Wettbewerbsbereitschaft erhöhen.

(L’essentiel/fgg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Han Nonsolo am 27.07.2017 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Leider geht nicht aus dem Text hervor, welcher Fachdiziplin die Forscher angehören. Oder reihen sich die beiden Autoren in Reihe der Psychologen ein, die Donald Trump einer Ferndiagnose unterzogen haben mit leider besorgniserregendem Ergebnissen. Nun benutzt der US-Präsident so exzessiv Twitter um einen direkten, unverfälschten Kanal zum Bürger aufzubauen. Aus dem Grund, weil die großen Medienkonzerne ziemlich offen seine Konkurrentin unterstützt haben. Wüßte nur zu gern, welche "neurotische Tendenzen" denn andere Führungspersönlichkeiten (Unternehmer und Politiker) aufweisen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Han Nonsolo am 27.07.2017 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Leider geht nicht aus dem Text hervor, welcher Fachdiziplin die Forscher angehören. Oder reihen sich die beiden Autoren in Reihe der Psychologen ein, die Donald Trump einer Ferndiagnose unterzogen haben mit leider besorgniserregendem Ergebnissen. Nun benutzt der US-Präsident so exzessiv Twitter um einen direkten, unverfälschten Kanal zum Bürger aufzubauen. Aus dem Grund, weil die großen Medienkonzerne ziemlich offen seine Konkurrentin unterstützt haben. Wüßte nur zu gern, welche "neurotische Tendenzen" denn andere Führungspersönlichkeiten (Unternehmer und Politiker) aufweisen?