In Luxemburg

07. April 2015 17:08; Akt: 04.06.2015 19:47 Print

Film-​​Satire zieht Referendum durch Kakao

LUXEMBURG – Die Künstlergruppe Richtung22 will mit ihrem Film «Staatsgeheimnis – Keng Panik, näischt verfasst» die Debatte um die Verfassung anheizen.

Künstler-Video zum Verfassungsartikel 1 «Dem SEL seng nei Fäll».

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Die Debatte um die Änderung der Verfassung und das am 7. Juni anstehende Referendum könnten engagierter und kreativer geführt werden. Finden die Künstler des Kollektivs Richtung22 und veröffentlichen ihren jüngsten Film «Staatsgeheimnis – Keng Panik, näischt verfasst» nun nach und nach im Internet. «So wie es aussieht, müssen wir uns jetzt mit der Debatte beeilen, bevor die restlichen Referendumsfragen auch noch gestrichen werden», teilte Raphael Lemaire von Richtung22 vor dem Kinostart im Winter mit. Alle verfassungsrechtlichen Themen, so Richtung22, würden in dem 90-minütigen Film besprochen. Und das passiert kreativ und satirisch.

So erzählt der Film vom Chef des sogenannten Geheimdienstes «SEL» und dessen Versuch, Modernisierungen in der Verfassung zu verhindern und sich dem liberalen Premier in den Weg zu stellen. Die Satire teilt in alle Richtungen aus und lässt einen philosophierenden Großherzog, eine orientierungslose Junior-Regierung und einen grammatikversessenen Staatsrat auftreten. Dabei wirft der Film viele Fragen auf, die in der geplanten Verfassungsreform ausgespart werden: Ist die Monarchie noch zeitgemäß? Welche Aufgaben hat der Staatsrat? Welche Rechte werden durch die Verfassung geschützt?

Drei Teile des Films sind bereits auf der Internetseite der Künstler veröffentlicht. Während es in Artikel 1 um «Dem SEL seng nei Fäll» geht, thematisiert die nächste Folge im Artikel 2 dann «De neie Premier an d’Gronderneierung»:

In Artikel 3 wird sich mit der «Bommestëmmung bei der Monarchie» beschäftigt. Den Text zum Film kommt übrigens von Jacques Schiltz, Lars Schmitz, Maurice Sinner und Tom Schmitz. Auch Schnitt, Ton, Kostüme und Darstellung hat Richtung22 selbst realisiert.

Das nächste Video stellen die Künstler am Donnerstag gegen 18 Uhr online. Artikel 4 wird sich mit «De President vu Lëtzebuerg» beschäftigen. Bis zum 23. April werden regelmäßig noch fünf weitere Videos folgen.

Das Künstlerkollektiv ist aus dem neuen Jugendclub des TNL (Théâtre National du Luxembourg) hervorgegangen. Vor der Referendums-Satire haben die jungen Künstler bereits Theaterstücke realisiert: «Distroy» über einen Kriegsbeschluss gegen den Irak, «Missing Kleeschen» widmet sich der luxemburgischen Medienwelt, «Julia/Romea» reflektiert über das Theater und seine inneren Strukturen und «Schneewittchen und die sieben Sünden» funktioniert als Kritik an gesellschaftlichen Konventionen.

(sop/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.