Leichenfund in Trier

14. Mai 2015 12:57; Akt: 14.05.2015 13:19 Print

Ermittler graben nach Spuren im Fall Tanja Gräff

TRIER - Wie starb die Studentin Tanja Gräff? Die Ermittler stochern weiter im Nebel. Der Fundort der Leiche wird jetzt großflächig untersucht.

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Nach dem Fund der sterblichen Überreste der Trierer Studentin Tanja Gräff suchen die Ermittler nach weiteren Puzzleteilen in dem rätselhaften Fall. Die Polizei durchkämmte am Mittwoch erneut das Gelände rund um den Fundort der Leiche - unweit der Hochschule, wo die junge Frau im Juni 2007 zuletzt lebend gesehen worden war.

«Bis 16.00 Uhr haben die Kollegen gesiebt und gegraben», sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Auch der Bereich oberhalb der Felswand sei großflächig geprüft worden. Ob dabei weitere Spuren entdeckt wurden, war zunächst unklar.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler kam Tanja Gräff nicht durch eine Kopfverletzung zu Tode. Das habe eine erste Untersuchung des Schädels der Toten ergeben, sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Mainz, Professor Reinhard Urban, am Mittwoch. Der Schädel weise «vom äußeren Aspekt her keine Verletzungen oder Werkzeugspuren auf, die auf eine Gewalteinwirkung gegen den Kopf unmittelbar Rückschlüsse zulassen». Im Gespräch mit L'essentiel schloss Urban nicht aus, dass Tanja Gräff den Sturz aus 20 Metern zunächst überlebt hatte.

Unfall oder Tötungsdelikt

Die sterblichen Überreste von Tanja Gräff waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb einer 50 Meter hohen Felswand in Trier-Pallien auf einem Privatgelände gefunden worden. Bislang haben die Rechtsmediziner lediglich den Schädel untersucht.

Das erste Ergebnis sage noch nichts darüber aus, wie die Studentin ums Leben gekommen sei, sagte Urban. Zunächst müsse er die anderen Knochen untersuchen. Erst dann könne er Genaueres zu möglicher Gewalteinwirkung sagen: «Wenn wir Verletzungen finden, werden wir versuchen, zu differenzieren, ob es eben zwingend ein Tötungsdelikt ist oder ob das auch ein Unfall gewesen sein könnte.»

Unterdessen arbeitet eine neue Sonderkommission daran, alle bisher bekannten relevanten Spuren in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Fundort ist rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Gräff vor fast acht Jahren zuletzt lebend gesehen worden war.

(L'essentiel/dpa)

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