Digitale Nachrichten

08. November 2016 17:59; Akt: 08.11.2016 18:47 Print

«Robo-​​Journalisten» berichten von der US-​​Wahl

Gehören echte Journalisten etwa bald der Vergangenheit an? Bei zahlreichen Zeitungen und Newsportalen werden Teile der Nachrichten über die US-Wahl von Roboter erstellt.

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Werden nun Roboter die Journalisten von morgen? (Bild: DPA/Christoph Schmidt)

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«Hey it’s Nick. The race took a swerve this weekend», so meldet sich der Reporter Nick Confessore von der US-Zeitung New York Times via Facebook Messenger. Er soll Leser dazu motivieren, sich interaktiv in die Nachrichten einzuarbeiten – und sich mehr mit der Wahl in Amerika auseinanderzusetzen. Der Haken an der Sache: Nick ist ein «Robo-Journalist», also ein Programm, das die Arbeit der echten Journalisten erleichtern soll.

Die Roboter-Journalisten sind ein Trend, der sich bei vielen Zeitungen und Newsportalen während der US-Wahlen abzeichnet. Mit von der Partie: New York Times, Washington Post, CNN, NBC, Yahoo News und die non-profit Organisation ProPublica. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Wird die digitale Revolution nun die Journalisten ersetzen?

Große Datenmengen schneller verarbeiten

«Es ist eine natürliche Entwicklung, die der konventionelle Journalismus gerade durchlebt», erklärt Andrew Phelps von der New York Times gegenüber der AFP. Die Roboter ersetzen die Journalisten nicht, machen die Arbeit aber leichter. Sie erlauben es, direktere Verbindungen zu den Lesern zu schaffen oder große Datenmengen schneller zu bearbeiten. Bei Propublica werden beispielsweise Algorithmen eingesetzt, um die Leser mit Updates zu der Wahlentwicklung, den aktuellen Trends, Wettervorhersagen oder Finanznews auf dem Laufenden zu halten.

Eine Reihe von europäischen Studien zeigt außerdem, dass die Leser der Nachrichten oft gar nicht merken, ob der Text von einem Menschen oder einem Roboter stammt. «Wenn Sie die Leute fragen, welche Texte den besseren Lesefluss haben, sind es meist menschliche Produktionen», erklärt Andreas Graefe von der Columbia Universität für Digitalen Journalismus. «Aber fragen sie, welcher Text ihnen wahrheitsgetreuer vorkommt, sind es die Roboter-Texte. Wir wissen nicht genau warum.»

Robo-Journalisten – oder «Bots» – werden ihre menschlichen Kollegen jedoch nicht in naher Zukunft ersetzen, schreibt die AFP. Aber sie sind Teil der Zukunft. «Bots und Algorithmen sind immer wichtiger in der Art, wie Journalismus produziert und die Inhalte konsumiert werden», bestätigt auch der Forscher Damian Radcliffe, der Universität von Oregon, der den automatisierten Journalismus erforscht.

(joe/l'essentiel/afp)

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