Coronavirus

11. Oktober 2020 10:45; Akt: 11.10.2020 10:45 Print

80.000 Autos flüchten aus Madrid

Ein Gericht hat kurzzeitig die Abriegelung von Madrid aufgehoben. Das nutzten tausende Menschen, um dem europäischen Corona-Hotspot zu entkommen.

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Viele Menschen haben eine kurze Unterbrechung der Abriegelung des Corona-Hotspots Madrid genutzt, um die spanische Hauptstadt zu verlassen. Am Donnerstagnachmittag hatte ein Gericht die von der Zentralregierung wenige Tage zuvor angeordnete weitgehende Abriegelung für rechtswidrig erklärt. Für rund 24 Stunden war die Stadt offen.

Dann setzte die Regierung die Maßnahme auf anderer Rechtsgrundlage wieder in Kraft. Bis dahin hätten fast 80.000 Fahrzeuge die Hauptstadt vor einem verlängerten Wochenende verlassen, berichtete die Zeitung La Vanguardia am Samstag unter Berufung auf die Behörden. Am Montag ist in Spanien ein Feiertag.

7000 Polizisten an Flughäfen und Bahnhöfen stationiert

Allerdings sei die Zahl der registrierten Fahrzeuge nur halb so hoch wie in den Vorjahren gewesen. Seit Freitagnachmittag sind mehr als 7000 Polizisten an den Ausfallstraßen sowie am Flughafen und an Bahnhöfen im Einsatz, um die Abriegelung durchzusetzen. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hatte die Abriegelung damit begründet, dass die lokale Regierung «nichts unternommen» habe. Man müsse «verhindern, dass das hohe Infektionsniveau Madrids auf den Rest des Landes übergreift.» Der Notstand, den die Regionalregierung ablehnt, gilt zunächst für zwei Wochen.

4,5 Millionen Einwohner betroffen

Abgeriegelt sind Madrid und acht weitere Städte im Umland der Hauptstadt. Dort dürfen Menschen nur noch mit triftigem Grund ihre Heimatgemeinde verlassen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Betroffen sind 4,5 der 6,6 Millionen Einwohner der Region.

Passanten in Madrid reagierten empört auf das Hin und Her der Maßnahmen. «Man weiß nicht mehr, was Sache ist. Die Politiker machen uns alle verrückt», sagte eine ältere Frau. Das Gastgewerbe der Stadt hoffte jedoch auf gute Umsätze, weil die Menschen die Stadt nicht wie sonst verlassen können.

(L'essentiel/SDA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matthias am 11.10.2020 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Der spanische Ministerpraesident benimmt sich mehr und mehr wie ein Diktator. Gut ist, dass es die eigene Bevoelkerung mitbekommt. Man kann nur hoffen, dass er diesen Monat bei dem Misstrauensvotum abgesetzt wird. Wie sagte er auf Reaktion des Gerichtsurteils bei seine Auslandsreise. "Mir ist es egal was das Gericht sagt. Wir aendern die Rechtsprechung, wir sind die Macht. Ich bin der Ministerpraesident und kann machen was ich will." Viel Spass dabei, ich hoffe fuer Spanien es wird bald enden. Erschreckend, dass wir in Europa solche Despoten haben.

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  • engfroo am 11.10.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    wieso kurzfristig aufgehoben??? versteh ich nicht,kann mir das mal einer erklären??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Matthias am 11.10.2020 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Der spanische Ministerpraesident benimmt sich mehr und mehr wie ein Diktator. Gut ist, dass es die eigene Bevoelkerung mitbekommt. Man kann nur hoffen, dass er diesen Monat bei dem Misstrauensvotum abgesetzt wird. Wie sagte er auf Reaktion des Gerichtsurteils bei seine Auslandsreise. "Mir ist es egal was das Gericht sagt. Wir aendern die Rechtsprechung, wir sind die Macht. Ich bin der Ministerpraesident und kann machen was ich will." Viel Spass dabei, ich hoffe fuer Spanien es wird bald enden. Erschreckend, dass wir in Europa solche Despoten haben.

    • @Matthias am 12.10.2020 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      krass! Und sowas in Europa und keiner unser Politiker sagt was dazu...

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  • engfroo am 11.10.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    wieso kurzfristig aufgehoben??? versteh ich nicht,kann mir das mal einer erklären??

    • Matthias am 11.10.2020 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      ja, das Gericht hat das Gesetz des Praeidenten aufgehoben mit der Begruendung, es greift zu sehr in den Freiraum der Menchen ein, ist unangemessen und einseitig. Der Ministerpraesident wollte Madrid mit seinen 9 groesseren Staedten treffen. Die CiviD Infektionen waren vor einiger Zeit gestiegen, allerdings hatte die Oberbuergermeistering die Lage wieder im Griff. Sie setzt auf lokale kleine Aktionen, wo die Herde sind, nicht den grossen Hammer. Allerdings ist die von den Konservativen und der Ministerpraesident von den Linkssolialisten. Es geht mehr um Politik als darum, Menschen zu schuetzen.

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