In Frankreich

07. November 2017 14:22; Akt: 07.11.2017 15:06 Print

AKW Fessenheim soll vor 2022 vom Netz gehen

Das Kernkraftwerk im Elsass soll noch während der fünfjährigen Amtszeit von Emmanuel Macron geschlossen werden. Das bestätigte der französische Umweltminister.

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Das AKW Fessenheim könnte schon bald stillgelegt werden. (Bild: AFP)

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Der französische Stromnetzbetreiber RTE hat die Pläne für einen teilweisen Atomausstieg in Frage gestellt. Wenn der Anteil der Nuklearenergie an der Stromerzeugung wie zugesagt bis 2025 auf 50 Prozent sinke, führe dies zwangsläufig «zu höheren CO2-Emissionen», erklärte der Betreiber Réseau de Transport d'Electricité am Dienstag in Paris. Die fehlende Atomenergie müsse dann durch Strom aus Kohle und Erdgas ersetzt werden.

Die Ankündigung fällt mit der UN-Klimakonferenz in Bonn zusammen und offenbart, dass die Energiewende in Frankreich bisher wenig durchdacht ist. Derzeit decken die insgesamt 58 französischen Atomreaktoren rund 75 Prozent des Strombedarfs. Mit dem Energiewende-Gesetz der Vorgängerregierung soll der Anteil auf 50 Prozent sinken.

Ausstieg aus der Kohleverstromung?

Nach Berechnungen des Stromnetzbetreibers RTE müsste Frankreich 24 Atomreaktoren bis 2025 schließen, um die Energiewende einzuleiten. Zudem müsste massiv in erneuerbare Energien investiert werden. So sei etwa der Bau von 10.500 Windkraftanlagen an Land und 750 weiteren auf dem Meer notwendig.

Konkret im Gespräch ist bisher aber nur die Schließung des pannenanfälligen Akws Fessenheim im Elsass, die bereits seit Jahren von Deutschland gefordert wird. Zudem erwägt die Regierung von Präsident Emmanuel Macron bis 2022 einen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Der französische Umweltminister Nicolas Hulot bestätigte am Dienstag die Schließung des Kernkraftwerks Fessenheim «während der fünfjährigen Amtszeit» von Präsident Macron, also vor Mai 2022.

Dies ist aus Sicht von RTE aber unrealistisch. Besonders schmutzige Kohlekraftwerke müssten demnach auch nach 2025 betrieben werden, um den Atom-Teilausstieg erreichen zu können. Zudem sei der Bau neuer Gaskraftwerke erforderlich.

(L'essentiel/AFP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 07.11.2017 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und die RTE baut die Kraftwerke? Oder eher EdF? Die haben allerdings kein Geld mehr, nicht um die Energiewende zu bezahlen noch um die notwendigen Renovierungen an den AKW durchzuführen. Wer zu spät kommt, bestraft das Leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 07.11.2017 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und die RTE baut die Kraftwerke? Oder eher EdF? Die haben allerdings kein Geld mehr, nicht um die Energiewende zu bezahlen noch um die notwendigen Renovierungen an den AKW durchzuführen. Wer zu spät kommt, bestraft das Leben.

    • Frieder Müller am 08.11.2017 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      Energieeffizienz ist die Lösung, gerade in Frankreich sind da noch riesige Potentiale. RTE sollte mal lieber ihrer Informationspflicht über Störungen in den Atomkraftwerken in Frankreich nachkommen.

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