Jean Asselborn

12. Juli 2018 08:24; Akt: 12.07.2018 08:36 Print

«Der Ansatz von Trump ist absurd»

LUXEMBURG/BRÜSSEL – Die Forderungen des amerikanischen Präsidenten beim Nato-Gipfel haben seine Partner, darunter den Luxemburger Außenminister Jean Asselborn, verärgert.

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US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania Trump in Brüssel. (Bild: AFP/Geoffroy van der Hasselt)

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Donald Trump schockierte am Mittwoch die US-Verbündeten in der Nato, indem er sie aufforderte, ihre Verteidigungsausgaben schließlich auf vier Prozent ihres Bruttoinlandproduktes (BIP) zu erhöhen. Der amerikanische Präsident, der sehr spät in Brüssel angekommen war, hatte schon vor Beginn des Gipfels mit Feindseligkeiten auf sich aufmerksam gemacht: «Deutschland wird vollständig von Russland kontrolliert [...]. Es ist ein Gefangener Russlands».

Im Plenum bestand er darauf, dass die Alliierten die 2014 eingegangene Verpflichtung einhalten, im Jahr 2024 zwei Prozent ihres BIP für die Verteidigung aufzuwenden, und forderte sie auf, diese Ausgaben auf vier Prozent zu erhöhen. In der gemeinsamen Erklärung, auf die sich die Staats- und Regierungschefs der Allianz am Mittwoch geeinigt haben, wird dieser Antrag nicht erwähnt. «Donald Trump sagte zu Beginn, dass er die Europäer sehr schätzt und zwei Sekunden später begann er seine Rede über die Lastenverteilung bei den Verteidigungsausgaben», erklärte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn und verwies dabei auf die vier Prozent. «Dieser Ansatz ist etwas absurd», fügte er hinzu.

Die Atmosphäre war nicht sehr angenehm und es gab einige Verwirrung am Tisch nach der Rede von Donald Trump. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wich dem Thema bei seiner Pressekonferenz am Ende des Tages aus. Etwa 15 Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Kanada, Italien, Belgien und Spanien, liegen mit ihren Militärausgaben 2018 gar unter 1,4 Prozent des BIP.

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 12.07.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    es ist unangenehm, was Trump da von sich gibt, aber die Wahrheit. Wir haben keine unabhängige Energieversorgung und sind deshalb erpressbar. Sowohl von den Russen wie von den USA.

  • Veritas am 12.07.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Den Trump wäert dat Geschwätz vum Jang och bestëmmt matkréien :)

  • Franz am 12.07.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie hat er schon recht: wenn man bedenkt, dass konventionelle Kriege aus der Mode gekommen sind und sich alles schon im Internet und auf Terroristenbasis abspielt, dann muss man sich fragen, ob es nicht das beste wäre, wenn die Nato zerfallen könnte. Angeblicher Nachteil, von dem keiner redet: die grossen europäischen Waffenproduzenten (D, GB, F) hätten dann einen guten Kunden weniger. Auch das würde mir persönlich aber gut gefallen. Also, auch wenn es Herrn Asselborn nicht gefällt: Waffen verschrotten und mit dem „Feind“ zusammenarbeiten, denn der will auch nur das gute Leben....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz am 12.07.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie hat er schon recht: wenn man bedenkt, dass konventionelle Kriege aus der Mode gekommen sind und sich alles schon im Internet und auf Terroristenbasis abspielt, dann muss man sich fragen, ob es nicht das beste wäre, wenn die Nato zerfallen könnte. Angeblicher Nachteil, von dem keiner redet: die grossen europäischen Waffenproduzenten (D, GB, F) hätten dann einen guten Kunden weniger. Auch das würde mir persönlich aber gut gefallen. Also, auch wenn es Herrn Asselborn nicht gefällt: Waffen verschrotten und mit dem „Feind“ zusammenarbeiten, denn der will auch nur das gute Leben....

  • Georges Grof am 12.07.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Weini mierken se, dass d'Yankees Schutzgelderpresser sin

    • Oh mei am 12.07.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Där ganz schlauer een!!

    • Trumpino am 12.07.2018 21:09 Report Diesen Beitrag melden

      Den Trump mengt beim erheigen fun den Militärausgaben natirlech dat all dei europäesch Staaten Waffen an Kampfligeren an den USA sollen bestellen, esou kann hirn sech dann domat bretzen wat hirn dach fir een dichtegen Dealmaker ass.

    einklappen einklappen
  • John Doe am 12.07.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Trump geht weltweit gegen den sog. "Deep State" (wer den Begriff nicht kennt, bitte googeln) vor. Ist ja klar, dass das dem Herrn Asselborn nicht passt...

  • Top Guns not made in USA am 12.07.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nun wo er recht hat hat er recht. Die Lànder können sich ja mal umschauen und das Beste am Markt kaufen wie z. Bsp russische Flugabwehr. Dann wàre man geschützt vor dem wahren Feind, also vor Donald wenn er seine Jäger schickt wegen nicht getätigten Strafzahlungen.

  • dusninja am 12.07.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor allem sind die 3,5 ( nicht 4) nicht nur für die Nato. Vielleicht sollte Deutschland dann auch die Rechnung für Ramstein präsentieren, was unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Dann ist es auch mit dem Drohnenkrieg, den sie angeblich von dort nicht führen. Oder glaubt einer, die Antennen und Satelliten reichen von den USA nach Nahost? Langsam geht der Poltergeist mir auf den Nerv.