Neonikotinoiden

27. April 2018 12:09; Akt: 27.04.2018 17:25 Print

EU beschließt Verbot von drei Insektengiften

Eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten will keine Neonikotinoide auf den Äckern. Doch nicht jeder begrüßt das Freilandverbot für die Insektengifte.

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Auch Luxemburg stimmte dem Verbot der als Bienen-Gift geltenden Pestizide zu. (Bild: pixabay.com)

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Die EU-Staaten haben am Freitag einem Freilandverbot für drei bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine qualifizierte Mehrheit – dem Vernehmen nach 16 von 28 Mitgliedsstaaten – für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken. Das teilte die EU-Kommission mit. «Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft», sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis laut Mitteilung.

Luxemburgs Umweltministerin Carole Dieschbourg reagierte erfreut über das Freilandverbot für die Stoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. «Ein guter Tag für den Naturschutz!», schrieb die Politikerin von Déi Gréng auf Twitter. «Der Kampf gegen das Insektensterben muss weitergehen.»

Für Insekten hochgiftig

Luxemburg hatte das Verbot ebenso wie Frankreich und Deutschland unterstützt. Was der Biene schade, müsse weg vom Markt, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Neonikotinoide sind für Insekten deutlich giftiger als für Säugetiere oder Vögel. Sie greifen das Nervensystem an, können lähmen oder zum Tode führen.

Kritik kam vom Pharmariesen Bayer, der auch Neonikotinoide herstellt. «Die Entscheidung wird die Möglichkeiten europäischer Landwirte, gegen verheerende Schädlinge vorzugehen, weiter einschränken», teilte das Unternehmen mit. Die EU-Entscheidung sei «ein schlechter Deal für die europäische Landwirtschaft». Der Deutsche Bauernverband (DBV) nannte es eine «echte Herausforderung», Alternativen zu entwickeln. «Um Qualität und Erträge abzusichern brauchen wir Pflanzenschutzmittel», sagte DBV-Präsident, Joachim Rukwied.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte die drei Neonikotinoide mehrfach in den Fokus genommen. Anfang April bestätigte sie in einem neuen Bericht die von ihnen ausgehenden Gefahren für Bienen und Hummeln: «Die Mehrzahl der Anwendungen von Neonikotinoid-haltigen Pestiziden stellt ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar.» Das ursprüngliche Votum war für Ende 2017 angesetzt, die Mitgliedsstaaten wollten aber noch auf das neue Urteil der Efsa warten. Die aktuelle Entscheidung soll bis Ende des Jahres in Kraft treten.

(L'essentiel/dpa/jt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • meng Nerven am 30.04.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    d.h. obwuël d'Beien dorun stiëwen, kréien d'Mënschen et weiderhin ze iëssen aus den Zären wou jo dann kann droplass gesprëtzt gin! ... was dem Nervensystem der Biene schadet, schadet auch dem Nervensystem anderer Lebewesen! ...

  • Tierfreund am 27.04.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, endlich was positives von der EU!

  • livingforpeace am 27.04.2018 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit!

Die neusten Leser-Kommentare

  • meng Nerven am 30.04.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    d.h. obwuël d'Beien dorun stiëwen, kréien d'Mënschen et weiderhin ze iëssen aus den Zären wou jo dann kann droplass gesprëtzt gin! ... was dem Nervensystem der Biene schadet, schadet auch dem Nervensystem anderer Lebewesen! ...

  • Tierfreund am 27.04.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, endlich was positives von der EU!

  • livingforpeace am 27.04.2018 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit!

  • jimbo am 27.04.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollte besser mol de Glyphosat verbidden....