«Wie zur NS-Zeit»

19. Juni 2018 14:11; Akt: 19.06.2018 14:24 Print

Italiens Salvini will Sinti und Roma zählen lassen

Der Chef der fremdenfeindlichen italienischen Lega-Partei fordert die Zählung einer ethnischen Minderheit. Diese Praxis weckt ungute Erinnerungen an den Faschismus.

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Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei drängt auf die «Zählung» einer ethischen Minderheit. (Bild: DPA)

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Der italienische Innenminister Matteo Salvini will die in Italien lebenden Sinti und Roma zählen lassen. Um ein Bild der Situation zu bekommen, müsse man «wieder das tun, was früher Zählung genannt wurde», sagte der Chef der fremdenfeindlichen Lega und Vize-Regierungschef am Montag laut italienischen Nachrichtenagenturen dem Fernsehsender Telelombardia. Eine solche «Zählung» könnte auch «Personenregister» oder «Momentaufnahme» genannt werden.

Salvinis Aussage löste Empörung aus. «La Repubblica» schrieb von «Schock», woraufhin Salvini twitterte: «Jemand spricht von "Schock". Warum??? Ich denke auch an die armen Kinder, denen Diebstahl und Illegalität beigebracht wird.»

Die Idee der Volkszählung einer Minderheit erinnert viele Menschen an NS-Verfolgungen. Während des Nationalsozialismus in Deutschland fielen neben den Juden auch Sinti und Roma dem Holocaust zum Opfer. Italien war in dieser Zeit eng mit den Nationalsozialisten verbündet. Staatschef Mussolini erließ 1938 die Italienischen Rassengesetze (Leggi razziali).

«Der Innenminister scheint nicht zu wissen, dass in Italien eine Zählung auf Basis einer Ethnie nicht erlaubt ist», zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Carlo Stasolla, Präsident der Vereinigung Associazione 21 Luglio, die sich für die Rechte der Sinti und Roma einsetzt.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • REMO RAFFAELLI am 19.06.2018 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Italien houet erem zum Faschismus gerudert, den Mussolini ass nach emmer NËTT AN DEN KRANKEN KÄPP VERGIES.

  • kriminell Idiokratie vun de Reichen am 20.06.2018 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    De Mussolini ass erem operstanen an direkt gin déih Ärmst vun denen Ärmsten verfollegt ... d'Mënschen hun an de läschten 100 Joër néicht beigeléiert! ... d'Bankster hun ons all beklaut, keen ass dofir gestroft gin an sie kréien hier Bonis weider, mä klau keng Tomat, wells du Honger hues, soss gëss du verfollëgt a bestrooft ...

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  • kriminell Idiokratie vun de Reichen am 20.06.2018 07:52 Report Diesen Beitrag melden

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  • REMO RAFFAELLI am 19.06.2018 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Italien houet erem zum Faschismus gerudert, den Mussolini ass nach emmer NËTT AN DEN KRANKEN KÄPP VERGIES.