Blockiertes Rettungsschiff

27. Juni 2018 16:22; Akt: 27.06.2018 21:30 Print

Luxemburg nimmt Migranten von der «Lifeline» auf

LUXEMBURG - Das Rettungsschiff «Lifeline» trieb seit Tagen im Mittelmeer umher. Nun öffnete Malta seinen Hafen – acht Länder boten den Flüchtlingen ihre Hilfe an.

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Die Passagiere der «Lifeline» werden am Mittwochabend im Hafen von Valletta einer medizinischen Kontrolle unterzogen. (Bild: AFP/Matthew Mirabelli)

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Luxemburg hat sich bereit erklärt, 15 Flüchtlinge aufzunehmen, die sich seit Donnerstag auf dem im Mittelmeer blockierten Rettungsschiff «Lifeline» aufhalten. «Als Akt der Menschlichkeit und Solidarität», wie Premierminister Xavier Bettel auf Twitter erklärte. Das Boot mit etwa 230 Migranten an Bord legte am Mittwochabend in Malta an und soll danach beschlagnahmt werden. Gegen die Besatzung der deutschen Hilfsorganisation werde zudem ermittelt.

Bei der Einfahrt in den Hafen winkten die Menschen an Bord. Ärzte und Polizisten warteten hinter Absperrungen am Festland. Vier Menschen, darunter drei Babys, sollen sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Allerdings wurden die Retter und Migranten nicht von allen Willkommen geheißen. Offensichtlich rechte Aktivisten rollten einen Banner mit der Aufschrift «Stop Menschenschmuggel» aus.

Schiff wird festgesetzt

«Dieses Schiff war staatenlos, es wird festgesetzt», hatte zuvor Maltas Premier Joseph Muscat erklärt. «Das ist keine Blaupause für die Rettung von Migranten.» Vielmehr sei ein System notwendig, um Wirtschaftsflüchtlinge so schnell wie möglich zurückschicken zu können. Wenn Malta in rechtlichen Kategorien entscheiden würde, müsste das Anlegen des Schiffes abgelehnt werden.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte als Bedingungen für eine mögliche Aufnahme von Flüchtlingen der «Lifeline» in Deutschland gesagt, eine Voraussetzung sei, dass das Schiff festgesetzt werde.

Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdener Hilfsorganisation Mission Lifeline unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte die «Lifeline» als «gesetzloses Schiff» bezeichnet.

Neben Luxemburg haben bisher sieben weitere EU-Länder zugesagt, die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Migranten an Bord aufzunehmen. Darunter befänden sich Frankreich, Italien, Irland, Malta, Portugal, die Niederlande und Belgien. Auch mehrere deutsche Bundesländer wollen Migranten von der «Lifeline» aufnehmen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 27.06.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Et pour nos SDF du Luxembourg on fait quoi faudrait d’abord s’occuper d’eux.

  • Dimitrij am 27.06.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do waren der dach elo virun en puer Deeg iwwer 300 déi eng Petitioun ënnerschriwwen haten fir dass se un Land kënnen.Déi freeën sech dach elo bestëmmt een oder deen aneren kënnen bei sech doheem opzehuelen.

  • Sally am 27.06.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine clevere Entscheidung. Luxemburg toleriert dann die Schlepperbande. Und was passiert mit den anderen 750 Millionen die wirklich Hunger und Durst haben, aber die sich keine Schlepperbande leisten können. Armes Europa!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dimitrij am 28.06.2018 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Colmar-Berg ,du wäerts dann wahrscheinlech och een vun deenen iwwer 300 gewiescht sinn deen déi Petitioun ënnerschriwwen huet.Ech géif mech mol an denger Plaz esou schnell ewéi méiglech mat deenen zoustännege Leit an Verbindung setzen fir der kennen en puer Doheem opzehuelen.Eng gutt Kontakt Stell dofir ass roud Kräiz.Déi freeën sech sécher.

  • De Feiersteppler am 28.06.2018 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Et as emmer gudd de scheine Männchen ze markeiren an Flüchtlinge ophuelen, awer sech em die bedürfteg an obdachlos am egenen Land gëtt net gekuckt. Schummt ärch.

  • Colmar-Berg am 27.06.2018 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pff Egal wat, als ob dir lo MEEEEGA ENG an engem 2pièces vun 5m2 gifft wunnen. En plus hu mer hei zu Letzeburg genuch plaatz fir 15 Leit. -Oh nee OMG ! mir sinn schon mega eng! Sierft mol ebessen schlau, denkt net emmer un aerch selwer an dann geet dat schon...

  • Sally am 27.06.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine clevere Entscheidung. Luxemburg toleriert dann die Schlepperbande. Und was passiert mit den anderen 750 Millionen die wirklich Hunger und Durst haben, aber die sich keine Schlepperbande leisten können. Armes Europa!!

    • sale vieille Europe am 28.06.2018 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Europa tolleriert ein Investitionssystem,das den Menschen überall auf der Welt Land u Arbeit wegnimmt u die europäische Entwicklungshilfe unterstützt die Diktatoren u Wirtschaftsverseucher u nicht die Menschen die Hilfe brauchen!So hat Europa seine Schuld an dem ganzen Skandal u soll auch dabei helfen,das Problem auszubügeln! Nicht Europa ist arm,es macht den reichen Kontinent Afrika arm,indem es billig investiert u Menschen vertreibt!Darum trägt es seine Schuld am Schicksal u Tod der Migranten u. muss seine Verantwortung übernehmen,weil es vom Profit der Länder lebt,die es in die Armut treibt

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  • Léon am 27.06.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Et pour nos SDF du Luxembourg on fait quoi faudrait d’abord s’occuper d’eux.