Spanien

30. Juli 2018 07:35; Akt: 30.07.2018 07:36 Print

Migranten flüchten über Touristenstrand

Ein Video, wie zwei Welten aufeinanderprallen: Ein überfülltes Flüchtlingsboot kommt am Strand in Spanien an – während sich Badegäste sonnen.

Die Ankunft der Flüchtlinge wurde auf Video festgehalten. (Quelle: Tamedia/Twitter)

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Der Schwerpunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer verlagert sich immer stärker nach Spanien: Allein von Freitag bis Sonntag trafen nach Angaben der Küstenwache mehr als 1400 Bootsflüchtlinge in dem Land ein.

Die meisten von ihnen kamen in kleinen Booten aus Nordafrika. So wohl auch eine Gruppe von etwa 50 Personen. Ein eindrückliches Video ihrer Ankunft am Strand von Zahora im Süden Spaniens geht derzeit viral.

Darauf ist zu sehen, wie ein völlig überfülltes, wackliges Holzboot an den Strand gespült wird. Die sich darauf befindenden Flüchtlinge springen ins Wasser und hetzen an Land. Sie rennen an den sich sonnenden Badegäste vorbei – weg vom Wasser. Zurück bleiben zahlreiche verdutzte Touristen.

Das Video wurde am Samstag aufgenommen. Offenbar waren mehrheitlich Männer auf dem Schiff. Wie es ihnen nach der Überfahrt geht und wo sie sich heute befinden, ist nicht bekannt.

888 Flüchtlinge an einem Tag gerettet

Die spanische Regierung forderte in der Flüchtlingsproblematik eine europäische Lösung: «Das Migrationsproblem ist ein Problem Europas und erfordert eine europäische Lösung», sagte Innenminister Fernando Grande-Malaska.

Am Freitag hatte Spaniens Küstenwache nach eigenen Angaben 888 Flüchtlinge gerettet, am Samstag waren es 334 und am Sonntag dann 211. Spanien hat in diesem Jahr Italien als Hauptankunftsland für Flüchtlinge in Europa abgelöst.

Bildstrecke: 1400 Flüchtlinge kommen innerhalb von drei Tagen nach Spanien

Die bisherige Hauptroute von Libyen nach Italien ist inzwischen weniger frequentiert. Die neue Populistenregierung in Rom lässt kaum mehr Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu versuchen.

Auffanglager für 600 Migranten

Innenminister Grande-Malaska machte sich am Samstag bei einem Besuch in der südspanischen Hafenstadt Alreciras ein Bild von der Lage. Der Sozialist kündigte an, dass dort in Kürze ein Auffanglager für 600 Migranten eröffnet werden soll. Er forderte mehr Beistand der EU-Partner und warf der konservativen Vorgängerregierung Versäumnisse vor: Diese habe «zu wenige Vorbereitungen» für den absehbaren Flüchtlingszuzug getroffen.

Am Montag will Grande-Malaska in das nordwestafrikanische Transitland Mauretanien reisen, das im Süden an Marokko grenzt. Dabei solle es um eine «Stärkung der Zusammenarbeit in Migrationsfragen» gehen, kündigte sein Ministerium an.

Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Migrationsorganisation (IOM) knapp 21.000 Flüchtlinge in Spanien an. In Italien waren es rund 18.100 und in Griechenland rund 15.500.

(L'essentiel/woz/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Pais am 30.07.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Et wär mol un der Zeit denen Schlepper en Ënn ze maachen. A wann Leit um Mier gerett gin dann muss een dei Leit net hei an Europa brengen da mussen dei Leit dohin zereck bruecht gin vun wou se mat de Schlepper aus fortgefuer sin. Sou dat dei Migranten mierken et huet kee Wert de Schlepper vill suen ze gin well wann mer vun engem Scheff gerett gin kommen dohin zereck wou mer waren. Mir kennen hei an Europa net eiweg Migranten unhuelen emol muss gesoot gin lo geet et duer.

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  • John Doe am 30.07.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Offene Grenzen - an sich kein Problem. ABER dann muss man im Gegenzug die Sozialsysteme abschaffen und alles durch private Organisationen und Vereinigungen ersetzen. Ansonsten werden die Sozialsysteme zusammenbrechen. Das erste System was zusammenbrechen wird, resp. massiv durch die EU Regierungen eingeschränkt werden wird, sind übrigens die Rentensysteme. Das wissen die EU Politiker auch und deshalb wird europaweit eine Erhöhung des Rentenalters besprochen und umgesetzt. Und deswegen werden Dinge wie z.B. Zuckersteuer (Lydia Mutsch) besprochen.

  • Gerard am 30.07.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    dat kann dach net sou virun goen,kommen bal emmer nemmen Männer, un an wou hun se hir Fraen dann geloos?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lux am 30.07.2018 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat kann dach net sinn!

  • Jos am 30.07.2018 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krasser Verstoss gegen die Schengen Regeln, wie immer ohne Folgen! Strenge Kontrollen der Aussengrenzen, dafür nur Stichproben im Schengenraum hat man uns versprochen! Ha ha. Wie immer, nur Gelaber und Absichtserklärungen ohne Umsetzung. Wieviele sogenannte Flüchtlinge will Europa noch aufnehmen? Wie viele Millionen warten noch in Afrika? Was passiert mit unseren Gesellschaften danach? Was werden alle diese jungen Männer in 10 Jahren machen? Wovon werden sie leben?

  • Gerard am 30.07.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    dat kann dach net sou virun goen,kommen bal emmer nemmen Männer, un an wou hun se hir Fraen dann geloos?

  • clclo am 30.07.2018 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin frou wan emigraten kommen. Sie kommen daat wasser drenken waat Nestlee hinen ewech heelt ah oder Coca Cola an maer schwezen nach net fun petrol diamanten an aner saachen. Ah jo déi weiss hun esougou verstaanen dass dass Cocososulech esou gut as alehepp dat och nach esou das een den do wount mol keen mei kan kaafen Weil den preis esou deier as. West daer dass Africa nach steiren muss bezulen weil se zu deren Zeit coloniseiert guefen . Wou huet den Président Macron sein eich visit gemeet an Africa we wes fier waat den fierdrun huet sech seng Présidentschaftwaalen vin Africa bezulen geloos an sou weider an esou fort.

  • dusninja am 30.07.2018 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das nicht eine alte Konserve? Da gab es mal schon vor ein paar Jahren