Rettungsflugzeug festgesetzt

04. Juli 2018 13:02; Akt: 04.07.2018 13:32 Print

«Offensichtlich soll es keine Zeugen geben»

Das Flugzeug der Hilfsorganisation Sea-Watch bekommt von Malta ein Flugverbot. Den Behörden wird vorgeworfen, den Tod der Menschen in Kauf zu nehmen.

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Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch rettet seit Monaten Flüchtlinge, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. Sie sind mit dem Flugzeug Moonbird und dem Schiff Sea Watch 3 vor der libyschen Küste unterwegs. Doch jetzt haben die Behörden von Malta sämtliche Flüge in das Rettungsgebiet gestrichen.

Sea-Watch teilt am Mittwoch mit: «Das zivile Aufklärungsflugzeug wurde auf Malta festgesetzt.» 2017 sei es an der Rettung von 20.000 Menschen beteiligt gewesen.

«Menschen werden nicht gerettet»

Der Schweizer Fabio Zgraggen fliegt die Maschine. «Den politisch Verantwortlichen sollte klar sein, was dieses Flugverbot bedeutet: Die Menschen auf den Booten werden nicht gerettet, sondern ertrinken ungesehen», sagt der Pilot. Er erinnert sich, dass sich bereits mehr als drei Bootsunglücke ereignet haben, seit Malta zivile Rettungsschiffe am Auslaufen hindert.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben seit dem 19. Juni insgesamt 483 Menschen im Mittelmeer.

Der Einsatzleiter der Moonbird, Ruben Neugebauer, verurteilt die Entscheidung der maltesischen Regierung: «Ganz offensichtlich soll es keine unabhängigen Augenzeugen geben, die das Sterben und die Menschenrechtsverstöße auf dem Mittelmeer dokumentieren.» Der Tod der Menschen werde in Kauf genommen.

Zwei weitere Rettungsschiffe festgesetzt

Am Montag haben die maltesischen Behörden bereits das Rettungsschiff Sea Watch 3 festgesetzt. Pia Klemp, Kapitänin des Schiffs, sagte: «Während wir daran gehindert werden, den Hafen zu verlassen, ertrinken Menschen, das ist absolut inakzeptabel.»

Momentan darf auch das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline nicht auslaufen. Die Ermittlungen gegen den Kapitän des Schiffes Lifeline sind im Gang. Es wird ihm vorgeworfen, er sei ohne Registrierung in maltesische Gewässer gefahren.

(L'essentiel/sil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Horst am 05.07.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Vorschlag mit dem Malta bestimmt leben könnte: Wenn ein deutschs Schiff Flüchtlinge aufnimmt, betreten diese ja prinzipiell deutschen Boden. Also müssten diese Leute direkt nach Deutschland gebracht werden. Horst lässt grüssen.

  • Schwimmeister am 08.07.2018 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wer liefert die grossen,neuen Gummiboote nach Lybien?

  • Lux am 04.07.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat kann ech gut verstoen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schwimmeister am 08.07.2018 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wer liefert die grossen,neuen Gummiboote nach Lybien?

  • Der Horst am 05.07.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Vorschlag mit dem Malta bestimmt leben könnte: Wenn ein deutschs Schiff Flüchtlinge aufnimmt, betreten diese ja prinzipiell deutschen Boden. Also müssten diese Leute direkt nach Deutschland gebracht werden. Horst lässt grüssen.

  • Lux am 04.07.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat kann ech gut verstoen.