Aussenpolitik

30. Mai 2018 07:41; Akt: 30.05.2018 07:50 Print

«Wir werden außenpolitisch zum Zwerg»

LUXEMBURG – Außenminister Jean Asselborn fordert Mehrheitsentscheidungen in der EU-Außenpolitik. Dadurch würde der Zwang zur Einstimmigkeit wegfallen.

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Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn fordert Mehrheitsentscheidungen in der EU-Außenpolitik. (Bild: DPA)

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Angesichts zunehmender Turbulenzen in der internationalen Politik hat sich der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn dafür ausgesprochen, dass die EU in außenpolitischen Fragen den Zwang zur Einstimmigkeit aufgibt. «Ich weiß, dass das schwer wird, aber wir müssen überlegen, wie wir in der Außenpolitik zu Mehrheitsentscheidungen kommen», sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Zur Begründung sagte Asselborn, es werde immer schwieriger, in zentralen Fragen eine einheitliche Linie zu wahren. «Wenn sich das weiter so entwickelt, dann werden wir außenpolitisch zum Zwerg», warnte er. Im April hatte sich auch Asselborns deutscher Kollege Heiko Maas mit ähnlichen Argumenten für eine Aufweichung des Einstimmigkeitsprinzips eingesetzt. Allerdings müsste eine Änderung des Abstimmungsverfahrens wiederum einstimmig erfolgen.

Asselborn wandte sich auch gegen Bestrebungen Polens, die harte Haltung gegenüber den USA im Streit über das Atomabkommen mit Iran nach dem Ausstieg Washingtons aufzuweichen. Er sei sehr besorgt über die «Freunde, die eher Präsident Trump verstehen wollen», sagte er. Das Atomabkommen mit Iran sei «ein Paradebeispiel dafür, was wir erreichen können, wenn wir einig sind». Eine Wiederaufnahme des iranischen Atomwaffenprogramms gefährde überdies die Sicherheit Europas. «Diese Argumente werden von der polnischen Seite nicht gesehen», kritisierte Asselborn.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 30.05.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ma Här Asselborn, datt sinn mer nach emmer gewiescht , mer sinn op der Europakaart eng Spetz vun enger Nool !

  • Mémoire courte am 30.05.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wien wollt dann demols all déi Lànner an d'EU kréien? Dat obwuel d'Populatioun gesot huet dat dat net gudd wier. Mat Erpressung ass jo dunn en Refereendum duerchgeboxt ginn, och mat Hellef vun den Sozi'en. An elo sin se baff dat et net méi géet.

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  • kaa am 30.05.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir schéngt et awer dat eis meenung dann iwwerhapt näischt méi zielt: denken un TVA, Bankgeheimnis, Steieren etc. Dangerous grounds Herr Ausseminister!

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 30.05.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir schéngt et awer dat eis meenung dann iwwerhapt näischt méi zielt: denken un TVA, Bankgeheimnis, Steieren etc. Dangerous grounds Herr Ausseminister!

  • remo raffaelli am 30.05.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ma Här Asselborn, datt sinn mer nach emmer gewiescht , mer sinn op der Europakaart eng Spetz vun enger Nool !

  • Mémoire courte am 30.05.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wien wollt dann demols all déi Lànner an d'EU kréien? Dat obwuel d'Populatioun gesot huet dat dat net gudd wier. Mat Erpressung ass jo dunn en Refereendum duerchgeboxt ginn, och mat Hellef vun den Sozi'en. An elo sin se baff dat et net méi géet.

    • Heng am 30.05.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Ajo, me wat ass dann elo mam Referendum rauskom?

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