Corona-Pandemie

10. April 2020 08:50; Akt: 10.04.2020 09:19 Print

Außenminister Di Maio vermisst die Umarmungen

Die Ausgangsbeschränkungen in Teilen Europas verlangt den Menschen viel ab. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hofft, dass die Maßnahmen bald gelockert werden können.

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Italiens Außenminister Luigi Di Maio hofft, dass die strikten Maßnahmen in Italien bald gelockert werden können. (Bild: DPA/Valerio Portelli)

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Italiens Außenminister Luigi Di Maio hatte eine Lockerung der Ausgangssperren für Ende April in Aussicht gestellt. Das Land nähere sich der «Phase 2», bei der es um die schrittweise Wiederöffnung gehe, sagte der Politiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung der Deutschen Presse-Agentur in einem schriftlichen Interview. «Wenn die Wissenschaftler zustimmen, könnten wir bereits Ende dieses Monats damit beginnen, einige der Maßnahmen zu lockern.» Er persönlich vermisse in der jetzigen Isolation «Umarmungen». «Wir sind ein offenes, liebevolles, herzliches Volk, und das vermissen wir. Aber ich bin sicher, dass wir bald wieder aufstehen werden.»

Italien ist besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen, rund 18.000 Menschen sind bereits gestorben. Seit 10. März dürfen die Menschen im ganzen Land nur in Ausnahmefällen aus dem Haus. Spazieren ist verboten, die Wirtschaft liegt am Boden. Di Maio verteidigte das Vorgehen. «Die von der italienischen Regierung ergriffenen Maßnahmen waren die strengsten in Europa und in der Welt, und jetzt bringen sie die ersten Ergebnisse zur Senkung der Ansteckungsgefahr. Viele andere Länder sind seither unserem Modell gefolgt.»

Di Maio fordert gemeinsame EU-Linie

Besonders schwere Einbußen verzeichnet der Tourismus. Er hoffe, dass Touristen so bald wie möglich nach Italien zurück kämen, so Di Maio. «Aber jetzt ist es noch zu früh, Vorhersagen zu treffen.»

Er forderte erneut eine gemeinsame Linie der EU in der Krise. «Wir haben es hier mit einer globalen Pandemie zu tun, und die EU muss in der Lage sein, eine eindeutige, starke und angemessene Antwort zu geben», sagte er. Darauf würden auch die Finanzmärkte positiv reagieren. «Niemand kann es alleine schaffen, diese Herausforderung gewinnen oder verlieren wir gemeinsam.»

Das hochverschuldete Land fordert mehr Unterstützung in der EU von Ländern wie Deutschland. Die Bundesregierung lehnt aber von Italien favorisierte gemeinsame europäische Schulden über Corona-Bonds ab. «Italien ist ein Land, das seinen Verpflichtungen und Schulden immer nachgekommen ist. Es stimmt, dass wir eine hohe Staatsverschuldung haben, aber sie ist vor über 20 Jahren entstanden», so Di Maio. Es sei im Interesse aller EU-Länder, das gute Funktionieren des Binnenmarktes zu sichern, «von dem Italien ein Grundpfeiler ist und immer sein wird».

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bis dahin - knuddeln verboten! am 11.04.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    er ist zum Knuddeln! ... was die Verpflichtungen u Schulden angeht, sollte er vielleicht in der Zwischenzeit mal alle Brücken auf Einsturzgefahr hin kontrollieren! ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • bis dahin - knuddeln verboten! am 11.04.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    er ist zum Knuddeln! ... was die Verpflichtungen u Schulden angeht, sollte er vielleicht in der Zwischenzeit mal alle Brücken auf Einsturzgefahr hin kontrollieren! ...