Griechenland

20. August 2018 07:05; Akt: 20.08.2018 07:08 Print

«Der Staat ist noch immer pleite»

Am Montag verlässt Griechenland nach acht Jahren den finanziellen Rettungsschirm. Gerettet ist das Land aber noch lange nicht, sagt der ehemalige Finanzminister, Giannis Varoufakis.

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Griechenland ist aus Sicht des ehemaligen griechischen Finanzministers Giannis Varoufakis auch nach dem Auslaufen des dritten Rettungspakets noch nicht gerettet. «Griechenland steht am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch, und es versinkt jeden Tag tiefer darin.» Dies sagte Varoufakis der deutschen «Bild»-Zeitung vom Montag. Die Situation sei zudem so schlecht, weil die Sparvorgaben der Gläubiger neue Investitionen und den Konsum behinderten, führte Varoufakis weiter aus.

Die Staatsschulden seien nicht weniger, sondern mehr geworden: «Wir haben jetzt nur mehr Zeit, um noch mehr Schulden zurückzuzahlen», sagte der Ex-Finanzminister. «Der Staat ist noch immer pleite, die privaten Leute sind ärmer geworden, Firmen gehen noch immer bankrott, unser Bruttosozialprodukt ist um 25 Prozent gesunken.»

Varoufakis war im Juli 2015 nach rund einem halben Jahr im Amt zurückgetreten, um Verhandlungen mit den Gläubigern zu erleichtern. Zuvor hatten die Griechen in einem Referendum die Sparvorgaben der internationalen Geldgeber abgelehnt.

Sinkende Arbeitslosigkeit

Unterdessen zeigte sich der Eurogruppen-Chef Mario Centeno zuversichtlich, dass Griechenland ohne weitere Hilfsprogramme finanziell auf eigenen Beinen stehen kann. Ziel der Rettungsmaßnahmen und Reformen der vergangenen acht Jahre sei eine neue Grundlage für gesundes Wirtschaftswachstum gewesen, erklärte Centeno in der Nacht zum Montag.

«Es hat viel länger gedauert als gedacht, aber ich glaube, wir haben es geschafft.» Die griechische Wirtschaft wachse, es gebe Haushalts- und Handelsüberschüsse, und die Arbeitslosigkeit sinke stetig.

An diesem Montag endet das vorerst letzte Hilfsprogramm für Athen. Seit 2010 hatten die EU-Partner und der Internationale Währungsfonds das überschuldete Euro-Land mit insgesamt 289 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten vor der Staatspleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen harte Reformen, Sozialkürzungen sowie Steuererhöhungen durchsetzen und sich verpflichten, daran festzuhalten. Centeno äußerte sich in seiner Funktion als Chef des Gouverneursrats des Euro-Rettungsschirms ESM.

(L'essentiel/roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 20.08.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Korruten Minister müssten alle ausgewechselt werden wie ein Getriebe eines Motors, dann läuft das wieder wie Geschmiert, und Junge Leute in die Politik, auch die Jugend ist ein Motor der Zukunft !

  • GUGU am 20.08.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wann et nëmmen Griechenland mat 350 Giga Euronen wir awer Frankreich, Däitschland an Italien sin eleng schon mat méi wéi 2 Terra Euronen am Keller + implizit Verscholdung an Luxusbuerg mat hiren 17 Giga + implizit Verscholdung wou et engem Dronkel gëtt. Et féiert keen Wee dolangscht, et muss an Zukunft knuppen an USA beméihen sech schons dofir.

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  • remo raffaelli am 20.08.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Korruten Minister müssten alle ausgewechselt werden wie ein Getriebe eines Motors, dann läuft das wieder wie Geschmiert, und Junge Leute in die Politik, auch die Jugend ist ein Motor der Zukunft !

  • GUGU am 20.08.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wann et nëmmen Griechenland mat 350 Giga Euronen wir awer Frankreich, Däitschland an Italien sin eleng schon mat méi wéi 2 Terra Euronen am Keller + implizit Verscholdung an Luxusbuerg mat hiren 17 Giga + implizit Verscholdung wou et engem Dronkel gëtt. Et féiert keen Wee dolangscht, et muss an Zukunft knuppen an USA beméihen sech schons dofir.