Attentat in London

20. Juni 2017 09:13; Akt: 20.06.2017 12:45 Print

«Er war betrunken und verfluchte alle Muslime»

In der Nacht vor dem Angriff auf Muslime im Norden von London, saß der Täter in seiner Stammkneipe. Dort verbreitete er Hass und wurde rausgeworfen.

Ein Toter, mehrere Verletzte: Vor einer Londoner Moschee fährt ein Fahrzeug in Fußgänger. Video: Tamedia/AFP

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In der Nacht auf Montag raste ein Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Moschee im Londoner Stadtteil Finsbury Park. Es gab mehrere Verletzte. Der 47-jährige Darren Osborne, ein weißer Mann aus Cardiff in Wales, wurde festgenommen. Laut einem Bericht von Daily Mail saß Osborne am Tag in der Nacht vor der Attacke extrem betrunken in seiner Stammkneipe.

Ein Barbesucher schildert: «Er war dermaßen besoffen, dass er rausgeworfen wurde. Er verfluchte alle Muslime und sagte, er wolle ihnen Schaden zufügen.» Ein weiterer sagt: «Er ist eine laute und aggressive Person. Er schreit immer gleich, wenn jemand nicht mit ihm einverstanden ist.»

«Komplexe» Person

Osborne, ein arbeitsloser Mechaniker, hätte mit seiner großen Familie gerne wilde Partys mit in seinem Hinterhof gefeiert. In der Nachbarschaft heißt es, er sei ein hingebungsvoller Vater.

Auf dem Verhaftungs-Video, das «Sky News» veröffentlicht hat, ist der mutmaßliche Täter klar zu erkennen. Der Mann hat Wunden und Prellungen im Gesicht.

Die Familie selbst ist schockiert über die Ereignisse und es tut ihnen sehr leid, was passiert ist. Osbornes Mutter beschreibt ihn als «komplexe» Person, doch betont sie, er sei kein Rassist, pflege keine Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen, hätte keine Probleme mit Muslimen gehabt. Das Unverständnis und die Trauer ist groß. «Es war nicht bloß ein Raubüberfall oder so, sondern eine echte Gräueltat», so Osbornes Mutter.

Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Der 47-Jährige steht nach Polizeiangaben unter Terrorverdacht. Die Bluttat sei «ganz klar eine Attacke auf Muslime» gewesen, sagte Polizeichefin Cressida Dick. Premierministerin Theresa May sagte, die «Terrorattacke» habe das Ziel verfolgt, die Gesellschaft zu spalten.

Die Muslime waren während des Fastenmonats Ramadan nach dem Ende eines Gebets auf die Straße getreten. Augenzeugen zufolge rief der 47-Jährige: «Ich will Muslime töten.» Ob ein Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar – er hatte demnach schon vor der Tat erste Hilfe erhalten. Augenzeugenberichten zufolge wurde der Mann dagegen von dem Fahrzeug erfasst. Acht Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.

(L'essentiel/nxp/sda/dapd/afp)

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