Frankreich

16. Januar 2020 14:51; Akt: 16.01.2020 17:29 Print

Erneut Streiks und Proteste gegen Rentenreform

Seit sechs Wochen machen die französischen Gewerkschaften massiv Front gegen die geplante Rentenreform. Auch heute gibt es Massenproteste, doch es zeigen sich erste Risse.

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Auch in Marseille, wie hier am Alten Hafen nahe eines Riesenrads, streiken Menschen gegen die Rentenreform. (Bild: Daniel Cole)

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In Frankreich sind erneut Tausende gegen die Rentenpläne der Regierung auf die Straße gegangen. Landesweit legten am Donnerstag rund 30 Prozent der Lokführer die Arbeit nieder, wie die Staatsbahn SNCF mitteilte. Damit stieg die Zahl der Streikenden bei der Bahn wieder etwas an. Im Süden von Paris versammelten sich am Mittag Demonstranten zu einem Protestmarsch. Auch in anderen Städten wie Toulouse, Amiens oder Rouen protestierten Gegner der Reform.

«Noch nie gab es so viele Franzosen (...), die diese Bewegung ... befürworten und unterstützen und die Reform für ungerecht und unverständlich halten», sagte Philippe Martinez, Chef der Hardliner-Gewerkschaft CGT, die eine Rücknahme der Reform fordert. Es sei nie zu spät, die Regierung zum Einlenken zu bewegen. Die CGT und andere Gewerkschaften hatten zu dem sechsten landesweiten Massenprotest aufgerufen.

In Marseille war Lage besonders angespannt

Am Vormittag versammelten sich einige Demonstranten zu einer Aktion vor dem Wirtschaftsministerium in Paris. Sie warfen Hausschuhe (frz.: pantoufle) vor das Gebäude. Damit prangerten sie an, dass französische Beamte oftmals zu guten Konditionen in die Privatwirtschaft wechseln – das nennt sich umgangssprachlich im Französischen «Pantouflage». Auch Anwälte und Lehrerinnen legten wieder die Arbeit nieder.

Die Hafenblockaden gingen ebenfalls weiter. In Marseille war die Lage besonders angespannt. Vor den Hafentoren hätten sich lange Schlangen gebildet, berichtete die Zeitung Corse Matin. Zahlreiche Fährverbindungen nach Korsika und Algerien sind seit Tagen massiv gestört. Güter können außerdem nicht von den Frachtschiffen geladen werden. In Paris hatte sich die Lage im öffentlichen Nahverkehr in den letzten Tagen wieder entspannt – auch am Donnerstag fuhren viele Züge fast den ganzen Tag.

Die Proteste gegen die Rentenreform hatten Anfang Dezember in Frankreich begonnen. Nachdem die Regierung beim Renteneintrittsalter nachgegeben hat, bröckelt die Einheitsfront der Gewerkschaften allerdings.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 17.01.2020 05:22 Report Diesen Beitrag melden

    Recht hun d'Franzousen! Bei ons gett et och héich Zäit, dass d'Leit op d'Strooss gin!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 17.01.2020 05:22 Report Diesen Beitrag melden

    Recht hun d'Franzousen! Bei ons gett et och héich Zäit, dass d'Leit op d'Strooss gin!

    • Claude am 17.01.2020 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wéinst waat dann, well den Sprit em 5 ct an d'Luucht geet? Daat mecht 30 EUR am Joer aus. D'Fransousen gin opt Stross well et drems geet ops se no der Reform nach genuch Iessen fir den Mount hun oder net. Do geet et net em Luxusprobleemer. Iwwerlee mol iers de eppes schreifs

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