Juncker droht

20. Februar 2018 22:15; Akt: 20.02.2018 22:26 Print

EU bereitet sich auf Handelskrieg mit USA vor

Sollte Washington die eigene Industrie mit unfairen Methoden vor europäischer Konkurrenz schützen, will die EU schnell zurückschlagen können.

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Jean-Claude Juncker will «schnell und angemessen» reagieren, sollten die USA Zölle auf europäische Produkte einführen. (Bild: ye Pingfan)

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Die EU droht mit Strafzöllen auf Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder, sollten die Vereinigten Staaten zulasten europäischer Unternehmen ihren eigenen Stahlmarkt abschotten. «Wir sind bereit, schnell und angemessen zu handeln, wenn unsere Exporte von US-Handelsbeschränkungen beeinträchtigt werden», kündigte der Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag an. Die EU sei der Ansicht, dass der Welthandel frei und fair sein sollte.

Konkrete Angaben zu den möglichen Vergeltungsmaßnahmen machte die Kommission nicht. Nach Informationen der Deutschen-Presse Agentur wird allerdings schon seit dem vergangenen Sommer an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, die als Reaktion auf Abschottungsmaßnahmen mit zusätzlichen Zöllen belegt werden könnten. Neben Whiskey und Motorrädern gehören demnach auch in den USA angebaute Kartoffeln oder Tomaten sowie Rum oder Orangensaft dazu. Zuerst hatte am Dienstag die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über die Liste berichtet.

Harleys und Whiskey betroffen

«Solange wir nicht die Möglichkeit haben, beabsichtigte Zollerhöhungen bestätigen und prüfen zu können, können wir auch auf mögliche Auswirkungen für unsere Kunden in der EU nicht reagieren», teilte Harley-Davidson in einem Statement mit. Generell würden Zölle es jedoch erschweren, Produkte zum wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. «Wir unterstützen eine freie und faire Handelspolitik.»

Die amerikanischen Whiskeyhersteller hatten bereits Mitte 2017 vor den Folgen eines Handelskonflikts zwischen Washington und Brüssel gewarnt. Vergeltungsmaßnahmen der EU in Form von Zöllen auf US-Spiritousen würden den Verbrauchern und den Produzenten sowohl in Europa als auch in den USA schaden, hieß es damals vom Lobby-Verband Distilled Spirits Council.

Juncker droht mit Gegenmaßnahmen

Hintergrund der EU-Planungen sind die Erwägungen der Regierung in Washington, zum Schutz der heimischen Wirtschaft hohe Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben und Mengenbeschränkungen einzuführen. Entsprechen diese nicht den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), könnte die EU legal als Vergeltungsmaßnahme zusätzliche Einfuhrzölle auf US-Produkte erheben.

Kommissionspräsident Juncker hatte einen solchen Schritt bereits im vergangenen Sommer angedeutet. «America first kann nicht bedeuten, dass Europas Interessen an letzter Stelle kommen», sagte er damals. Man sei bereit, «innerhalb von Tagen adäquat zu reagieren».

Junckers Sprecher sagte am Dienstag: «Wir haben es der US-Regierung auf höchsten Ebenen deutlich gemacht, dass uns Maßnahmen, die die EU-Industrie treffen, tief beunruhigen würden.»

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dimitrij am 21.02.2018 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéi duerchsetzungstaark an iwwerzeegend den Junker kann sinn,dat huet een jo beim Mittal an ARBED gesinn. An hei wäert et net anescht goen.Vill bla bla an näischt derhannert.Ech sinn mer relativ sécher dass dat dem Trump schäissegal ass wat den Junker braddelt. Ech fannen et just komesch ,esou bal Regierungen no hirem Land kucken ,ginn se direkt vun der Diktatur aus Bréissel ugegraff.

  • C. Isekin am 21.02.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Strafzölle auf Artikel die wir nicht aus Amerika bekommen müssen, ja, aber Artikel die wir nur aus Amerika bekommen können, wie Harley Davidson, eine Motorrad Kult Marke für Chopper, nein! Ich sage das trotz dass ich Harley Davidson überteuert finde, und selbst Japaner fahre. Man sollte immer aufpassen dass man sich nicht ins eigene Fleisch schneidet, aber was kümmern die aktuellen Politiker schon das Volk!?

  • GENTECH IS NO FOOD am 16.03.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Stop Nahrungsmittel- und Agrarimporte aus den USA wegen undeklarierter Gentech in Nahrung und Futtermitteln! ... Stop Lachsimporte aus Kanada wegen Gentechmanipulation! ... Die Folgen davon werden viel gravierender sein als die ungebremste weltweite Plastikverseuchung...!!! ...

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  • GENTECH IS NO FOOD am 16.03.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Stop Nahrungsmittel- und Agrarimporte aus den USA wegen undeklarierter Gentech in Nahrung und Futtermitteln! ... Stop Lachsimporte aus Kanada wegen Gentechmanipulation! ... Die Folgen davon werden viel gravierender sein als die ungebremste weltweite Plastikverseuchung...!!! ...

  • C. Isekin am 21.02.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Strafzölle auf Artikel die wir nicht aus Amerika bekommen müssen, ja, aber Artikel die wir nur aus Amerika bekommen können, wie Harley Davidson, eine Motorrad Kult Marke für Chopper, nein! Ich sage das trotz dass ich Harley Davidson überteuert finde, und selbst Japaner fahre. Man sollte immer aufpassen dass man sich nicht ins eigene Fleisch schneidet, aber was kümmern die aktuellen Politiker schon das Volk!?

  • Dimitrij am 21.02.2018 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéi duerchsetzungstaark an iwwerzeegend den Junker kann sinn,dat huet een jo beim Mittal an ARBED gesinn. An hei wäert et net anescht goen.Vill bla bla an näischt derhannert.Ech sinn mer relativ sécher dass dat dem Trump schäissegal ass wat den Junker braddelt. Ech fannen et just komesch ,esou bal Regierungen no hirem Land kucken ,ginn se direkt vun der Diktatur aus Bréissel ugegraff.