Neuer Leitfaden

30. November 2021 12:42; Akt: 30.11.2021 12:55 Print

EU kippt «Weihnachten» aus dem Vokabular

Die EU rät, auf den Begriff «Weihnachten» sowie «Maria und Josef» zu verzichten. Dies könne andere Kulturen diskriminieren. Italienische Politiker sind in Rage.

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Im Streben nach Political Correctness hat die Europäische Union (EU) heiliges Terrain betreten. Der Begriff «Weihnachten» soll den EU-Kommissionsmitgliedern nicht mehr über die Lippen kommen. Sie sollten vermeiden, anzunehmen, dass alle Menschen Christen seien, heißt es in einem internen Leitfaden für inklusive Kommunikation namens #UnionofEquality.

Als Alternative für den Satz «Die Weihnachtszeit kann stressig sein» schlägt der Leitfaden «Die Ferienzeit kann stressig sein» vor. «Nicht alle Personen feiern die christlichen Feiertage und nicht alle Christen feiern diese an denselben Daten», lautet die Begründung.

Auch «Maria und Josef» will die EU aus dem Vokabular der Kommissionsmitglieder kippen. Christliche Vornamen sollten allgemeinen Vornamen weichen. «Wählen Sie auch keine Namen, die für eine Religion typisch sind.» So lautet die Alternative für den Satz «Maria und Josef sind ein internationales Paar»: «Malika und Julio sind ein internationales Paar».

«Keine Stereotypen reproduzieren»

Die religiösen Wörter sind Teil einer Tabelle, in der die EU weitere Do’s und Dont’s vorschlägt. Darunter fallen auch Begriffe mit negativen Konnotationen wie Kolonisation. Besser als von der «Kolonialisation auf dem Mars» zu reden, sei, «Menschen auf den Mars schicken».

Mit den Empfehlungen weist die EU die Mitglieder an, beim Organisieren von Veranstaltungen und bei der Arbeit in Gruppen und Teams besonders auf die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründe ihrer Teilnehmenden zu achten. «Jede Sprache, die jegliche Art von Intoleranz oder Urteil gegenüber einer religiösen Gruppe ausdrückt, Stereotype befeuert oder eine religiöse Gruppe aussondert, darf nicht reproduziert werden.»

Politiker sehen Kultur bedroht

Rechte Politikerinnen und Politiker hat der Leitfaden in Rage gebracht. Sie sehen darin ein Verbot dieser Wörter und ihre Kultur und Religion bedroht. Die Europäische Kommission erachte Weihnachten als zu wenig «inklusiv» und nehme auch die Namen Maria und Josef ins Visier, giftelte Giorgia Meloni, Vorsitzende der Partei Fratelli d’Italia. «Jetzt reichts: Unsere Geschichte und unsere Identität zerstört man nicht.» Lega-Chef Matteo Salvini sprach von einem «Blödsinn».

Ein Sprecher aus Brüssel stellte darauf jedoch klar: «Natürlich verbieten wir den Gebrauch des Worts ‹Weihnachten› nicht oder halten vom Gebrauch ab.» Weihnachten zu feiern und christliche Namen und Symbole zu verwenden, gehöre zum reichen europäischen Erbe. Die Kommission habe jedoch an ihre Pflicht zur Neutralität in Bezug auf religiöse Angelegenheiten erinnert. Beim Leitfaden handle es sich um ein internes Dokument auf technischer Ebene mit dem Ziel, das Bewusstsein für inklusive Kommunikation zu erhöhen.

(L'essentiel/Bettina Zanni)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 30.11.2021 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevor ein System untergeht, bäumt es sich mit Schwachsinn und sinnlos aufgebläht Dingen noch einmal auf. Gab es in der Geschichte schon häufiger. Wenn man echte Probleme nicht lösen will und kann, beschäftigt man sich eben mit künstlich geschaffenen Problemen, um zu zeigen, dass man angeblich ja noch gebraucht wird.

  • mayday am 30.11.2021 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    andere Laender andere Sitten. warum muessen wir uns immer anpassen? Nein es gib nichts deskriminierendes an diesen Worten , im Gegenteil sie stehen fuer Frieden und darum sollten die sich diskriminiert fuehlen dankbar sein Als Auslaender , Fremder der als Gast mit offenen Armen empfangen wirdt. Wuerden wir in andere Kulturen zu Gast sein , waeren uns gewisse Orte mit dem Risiko einer Haftstrafe verbunden einfach verboten nur weil wir Andersglaeubig sind oder eine Frau. Frage warum muessen wir z.b traditionelle Kleidung in fremden Laender tragen und im Gegenzug brauchen die das nicht zu machen

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  • gaby am 30.11.2021 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal wie es von der EU gemeint ist. Es ist eindeutig ein Zeichen, wie weit sich Bruessel von den Europaeern entfernt hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Valchen am 01.12.2021 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VdL kritt Désst Joer éng Rutt! ;-))

  • mannomann am 01.12.2021 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kommen se dann och op Chrëschtdag schaffen? Gëtt jo kee Grond fir fräi ze hunn!

  • MARC.E am 01.12.2021 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    mein Gott,mein Gott,Vater im Himmel,Jesus Christus...da muss mal,ganz schnell eine Petition dagegen gemacht werden,WIE macht man das? wer unterschreibt,schnell,schnell es eilt, hiiiiiilfe

  • Lejeune am 01.12.2021 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    D'Coronacrise huet jo gewisen zu waat Europa fäheg ass....an zuar zu guer näischt. Problemer fir impfungen ze bestellen, GRENZEN ZOU MAACHEN,..... Daat eenzegt waat déi nach färdeg bréngen ass festzelehen wéi kromm eng banane därf sin an ewéi brong fritten därfen sinn...Europa ass gestuerwen an war en WITZ. Ech wielen op jidferfall keng Partei méi, déi Reklam fir Europa mëscht.

  • Maria Dos Santos De Jesus Da Cruz am 01.12.2021 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Meu Deus!