Seenot-Rettung

08. Mai 2020 15:36; Akt: 08.05.2020 15:54 Print

Europäische Länder verletzen laut UN Völkerrecht

Nach Angaben der Vereinten Nationen verstoßen EU-Länder mit der Rückweisung von Flüchtlingen und Migranten im Mittelmeer gegen das humanitäre Völkerrecht.

storybild

Hier wurden im Dezember 2018 Migranten in einem Schlauchboot im zentralen Mittelmeer, 72 Kilometer von Al Khums (Libyen) entfernt, entdeckt und gerettet. (Bild: DPA/Olmo Calvo)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das UN-Menschenrechtsbüro und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) forderten am Freitag in Genf eine Öffnung der Häfen und eine Rückkehr der humanitären Rettungsboote. Sie verurteilten Maßnahmen wie in Griechenland oder Malta, wo Flüchtlingsboote in internationale Hoheitsgewässer zurückgedrängt oder sogar nach Libyen zurückgebracht werden.

Sie kritisierten zudem das Festsetzen der letzten verbliebenen humanitären Rettungsschiffe «Alan Kurdi» and «Aita Mari» in Italien. «Solche Maßnahmen gefährden Menschenleben», sagte UNHCR-Sprecher Charlie Yaxley.

«Kein Flüchtling sollte nach Libyen zurückgebracht werden»

Die Zahl der Migranten, die sich aus Libyen Richtung Europa absetzten, ist in den ersten drei Monaten des Jahres verglichen mit dem Vorjahr rasant gestiegen. Die UN-Organisation für Migration registrierte von Januar bis März dieses Jahres knapp 4000 Ankömmlinge, verglichen mit weniger als 800 ein Jahr zuvor. Das liege zum Teil an der Wetterbesserung, aber auch an der immer chaotischer werdenden Lage in dem Bürgerkriegsland, sagte Yaxley: «Kein Flüchtling sollte nach Libyen zurückgebracht werden, das Land ist kein sicherer Hafen.»

Rupert Colville, Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, kritisierte namentlich Malta, weil es Handelsschiffe anweise, Boote mit Migranten auf offener See zurückzudrängen. Griechenland erwähnte er nicht namentlich. Dort drängt die Küstenwache nach eigenen Angaben systematisch Flüchtlingsboote aus der Türkei zurück in türkische Hoheitsgewässer. Colville betonte, dass viele Migranten schutzbedürftig sind und das Recht haben, gehört zu werden.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 10.05.2020 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben die sich eigentlich auch über Trump beschwert? Der hat ja zu Mexico damit angefangen bei den Flüchtlingen aus Mittelamerika. Oder sagen sie da nix, damit er nicht noch mehr Gelder kürzt?

  • Léon am 09.05.2020 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Demander plutôt a Trump ce qu’il en pense des migrants

  • Verwundert am 09.05.2020 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Für wen Arbeitet eigentlich die UN ? Nach Seenotrecht ist es richtig den nächsten Hafen anzulaufen - das ist International so schon lange Abgesichert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 10.05.2020 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben die sich eigentlich auch über Trump beschwert? Der hat ja zu Mexico damit angefangen bei den Flüchtlingen aus Mittelamerika. Oder sagen sie da nix, damit er nicht noch mehr Gelder kürzt?

  • Léon am 09.05.2020 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Personne leur a demander de venir

  • Verwundert am 09.05.2020 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Für wen Arbeitet eigentlich die UN ? Nach Seenotrecht ist es richtig den nächsten Hafen anzulaufen - das ist International so schon lange Abgesichert.

  • Léon am 09.05.2020 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Demander plutôt a Trump ce qu’il en pense des migrants