Kampf gegen Krebs

03. Februar 2021 22:33; Akt: 03.02.2021 22:35 Print

Europäische Union will «tabakfreie Generation»

Die EU sagt Alkohol und Tabak den Kampf an. Bis 2040 sollen nur noch fünf Prozent der Europäer rauchen. Drinks und Zigaretten sollen weniger gut verfügbar und teurer werden.

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Im Kampf gegen den Krebs will die EU-Kommission die Raucherquote drastisch drücken und deshalb Tabak weiter reglementieren und teurer machen. Bis 2040 soll der Anteil der Raucher in der Europäischen Union von heute 25 Prozent auf unter fünf Prozent sinken. Auch Preise für Alkohol könnten steigen, um riskanten Konsum und Krebsgefahren einzudämmen. Beides ist Teil eines europäischen Plans gegen den Krebs, den die EU-Kommission am Mittwoch vorlegte – einen Tag vor dem Weltkrebstag.

2020 wurde nach offiziellen Angaben bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs entdeckt. 1,3 Millionen Patienten starben an der in vielen Varianten auftretenden Krankheit. Bei der Vorbeugung von Krebs nimmt die EU-Kommission deshalb erneut den Tabak ins Visier, der nach ihren Angaben für 15 bis 20 Prozent aller Krebserkrankungen in der EU verantwortlich ist.

Ziel sei eine «tabakfreie Generation», sagte Kommissionsvize Margaritis Schinas. Konkret will die Kommission im Kampf gegen das Rauchen bei Tabak Produktstandards verschärfen, die Mindestbesteuerung anpassen und gegen Tabakwerbung in sozialen Medien und beim Sponsoring vorgehen.

Umfassender Plan gegen Krebs

Auch Alkohol ist aus Sicht der Kommission als Krebsrisiko unterschätzt. Deshalb wolle man mit den EU-Staaten dafür sorgen, dass Alkohol weniger preiswert und weniger verfügbar ist, dass Werbung eingeschränkt und besser über Risiken aufgeklärt wird. Auch hier sollen EU-Steuerregeln unter die Lupe genommen werden. Man werde zudem Gesundheitshinweise auf alkoholischen Getränken vorschlagen, sagte Kommissarin Stella Kyriakides.

Der Plan gegen den Krebs ist aber weit umfassender. Neben der Prävention sollen auch Behandlung und Nachbehandlung verbessert werden. Derzeit seien die Überlebenschancen in den 27 EU-Staaten unterschiedlich, erklärten die Kommissare.

Deshalb schlugen sie vor, in allen EU-Staaten bis 2025 sicherzustellen, dass mindestens 90 Prozent der Risikogruppen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs Früherkennungstests angeboten werden. Bis 2030 sollen 90 Prozent der betroffenen Patienten Zugang zu nationalen Krebszentren haben, die in der EU vernetzt sein sollten.

Langjährige Raucher sollen aufhören

Zur Vorbeugung sollen Impfungen gegen bestimmte Krebsarten stark ausgeweitet werden. Bei Mädchen, für die es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt, soll bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent erreicht sein. Zudem sollen auch die Risikofaktoren Umweltverschmutzung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gezielt bekämpft werden.

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, will sich verstärkt dafür einsetzen, dass langjährige Raucher aufhören. «Ich arbeite daran, genau diese Zielgruppe noch besser zu erreichen, ihnen bestehende und neue Hilfsangebote aufzuzeigen», sagte Ludwig der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «In der aktuellen Situation, mitten in einer Pandemie, ist es umso wichtiger, auf sich und seine Gesundheit zu achten.»

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joss am 04.02.2021 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Alt erem eppes fir d'Gesellschafft auserneen ze rappen. Fëmmen an Alkohol drénken as dann och just nach fir déi Räich. Sou wéi Auto fueren, an d'Vakanz fléien an a Lëtzebuerg wunnen. Déi Aarm stin dann ouni Zigrettendamp um Busarrêt, well d'Fëmmerte fuere mat der Zigar am décken SUV laanscht....ënnerwee fir op de Findel :)

  • Langweilige Zukunft am 04.02.2021 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Na endlich gehts auch den Säufern an den Kragen. Jetzt noch die Fettfresser und bald darf man gar nix mehr. Viel Spass!

  • Deklaanen am 04.02.2021 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wirst du noch mehr Steuern zahlen. Weil du die Tabak Steuer mit auffangen musst

Die neusten Leser-Kommentare

  • Biergerverfollegung vun de Politicker am 05.02.2021 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    sie sichen no Grënn fir den steierzuëlenden Bierger ze entmündëgen, ze kriminaliséieren, ze kommandéieren, ze diktéieren, ze kontrolléieren vun den dëcken verlurenen Industrieverseucher, fir dat sie ons och weiderhin mat hierer Chimie vergëften können ... sou lang sie ons Gentech mat Glyphosat ondeklaréiert als Fuder virsetzen fir de Geldprofit, brauchen sie net ze machen, wéih wann ons Gesondheet sie géif interesséieren, ausser fir Frick domat ze machen ... et geht nach just drems, dem Steierzuëler seng Suen aus senger Täsch an d'Täschen vun den Emweltverseucher ze kanaliséieren ...

  • Jos am 04.02.2021 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee, aber Menschen haben schon vor mehreren 1000 Jahren Rauschmittel zu sich genommen. Scheiü nt der Mensch also wohl nötig zu haben. Entwickelt dann doch lieber Rauschmittel ohne Schädlichkeit. Dann verteilt die billig. Ist wirkungsvoller.

  • holzwuerm am 04.02.2021 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Komesch, dass näischt géint Pharmaindustrie ënnerhol gëtt, déi wuel déi meescht Kiibserreegend Stoffer und Mënschen an Déieren verkeeft. Et t'ass e Witz, dass déi dann och nach proffitéieren an d'Leit nach méi krank dierfe maachen. Wéivill Medikamenter sinn um Marché, déi mol keng 10% Wierkungsgrad hunn? 10% ass den Placeboeffekt! An Amerika sinn säit 1990 iwwer 450.000 Leit un Opioid-Medikamenter gestuerwen. Firmaen hunn Milliarden kasséiert, a elo kënne sie sech wahrscheinlech mat enger Milliounenstrof fräikafen, déi mol knapps 1000€ pro Liewen ass. Do muss eppes geschéien!!!

  • Aarbechtsdeier am 04.02.2021 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europäesch Union entweckelt srch all Dag mei zu engem Wurdchtelverein Briten weisen hinnen dass et och ouni sou een Deieren Schrottkoup geet

  • Aarbechtsdeier am 04.02.2021 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Femmert gudd maachen ech och esou