Grossbritannien

15. September 2021 10:53; Akt: 15.09.2021 11:09 Print

Ex-​​IS-​​Anhängerin bittet Briten um Verzeihung

Als IS-Anhängerin ging die Shamima Begum nach Syrien. Ein britisches Gericht untersagte ihr später die Rückkehr. In einem TV-Interview bittet sie nun um Entschuldigung.

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Eine britische Ex-Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die britische Öffentlichkeit um Verzeihung gebeten. «Ich weiß, dass es sehr schwer für sie ist, mir zu vergeben», sagte Shamima Begum (22) am Mittwoch dem Fernsehsender ITV in einem Gespräch aus Syrien. «Aber ich sage aus tiefstem Herzen, dass es mir so leidtut, wenn ich jemals jemanden beleidigt habe, indem ich hierher gekommen bin, wenn ich jemals jemanden mit dem, was ich gesagt habe, beleidigt habe.» Britische Medien wiesen darauf hin, dass sich Begum demonstrativ mit ärmellosem Top und Basecap zeigte.

Begum hatte sich als 15-Jährige dem IS angeschlossen und einen Dschihadisten geheiratet. Die britische Regierung entzog ihr die Staatsbürgerschaft, und das Oberste Gericht untersagte ihr, die Entscheidung in Großbritannien anzufechten.

Fahndungsfotos zeigen die damals 15-jährige Begum (r.) mit zwei Freundinnen bei der Ausreise am Flughafen Gatwick. (Foto: AFP)

Begum beteuerte, sie habe sich nicht an terroristischen Handlungen beteiligt. «Das einzige Verbrechen, das ich begangen habe, war, so dumm zu sein und dem IS beizutreten», sagte sie.

Der damalige Innenminister Sajid Javid verteidigte die Maßnahme, der jungen Frau die Staatsbürgerschaft zu entziehen. «Es war eindeutig die richtige Entscheidung, um die Briten zu schützen», sagte der heutige Gesundheitsminister bei ITV. Der Schritt sei moralisch und juristisch korrekt gewesen. «Wenn Sie wüssten, was ich weiß (...), würden Sie dieselbe Entscheidung treffen», sagte Javid.

Großbritannien verwehrt der ehemaligen IS-Anhängerin Shamima Begum bislang die Rückkehr ins Vereinigte Königreich. (Foto: DPA)

Der Fall wurde in Großbritannien kontrovers diskutiert, zumal bekannt wurde, dass die junge Frau drei Kinder verloren hat. Begum selbst war in Großbritannien geboren worden und war Britin von Geburt an. Die Regierung betonte, dass sie nicht staatenlos geworden sei, weil sie auch Anspruch auf die bangladeschische Staatsbürgerschaft hat. Begum hat aber nie in dem südasiatischen Land gelebt und behauptet, dort drohe ihr die Todesstrafe.

(hoc/L'essentiel/DPA )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bil am 15.09.2021 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat soll do bleiwen wou hat as

  • Léon am 15.09.2021 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Les anglais ont raison , un vrai Gouvernement qui ne se cache pas derrière les ordres de Bruxelles. Le contraire du Luxembourg

  • Wie Politiker am 15.09.2021 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Scheiße bauen u. scheinheilig sich "Entschuldigen"!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lilalo am 15.09.2021 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Reue kommt immer zu spät, bleiw woues de basd du Hex

  • Léon am 15.09.2021 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Les anglais ont raison , un vrai Gouvernement qui ne se cache pas derrière les ordres de Bruxelles. Le contraire du Luxembourg

  • Valchen am 15.09.2021 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fier Sou Fäll, get et Drohnen! Wei am Film “Eye in the Sky” mam Hellen Miren! Dei hun Daat och Kritt! Top! ;-//

  • bil am 15.09.2021 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat soll do bleiwen wou hat as

  • Pech, domm gangen am 15.09.2021 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    D'Madam ass am Afghanistan elo garantéiert wellkomm. Fairerweis muss éen soen dat vill 15jähreger net reif genuch sinn fir d'Konsequenzen vun esou enger Décisioun ze verstoen, allerdengs huet sech d'Geriicht et och net einfach gemat fir esou eng Décisioun ze huelen, wann éen gesait wéi zahm se soss mat den Täter sinn.