Ad-hoc-Vereinbarung

09. Januar 2019 18:20; Akt: 09.01.2019 18:30 Print

Flüchtlinge könnten nach Luxemburg kommen

Die 49 Migranten, die mehrere Tage vor Malta ausharren mussten, werden auf mehrere europäische Länder verteilt. Das Großherzogtum könnte eines dieser Länder werden.

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Die Flüchtlinge haben schon seit dem 22. Dezember vor Malta ausgeharrt. (Bild: AFP/Federico Scoppa)

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Die 49 Flüchtlinge, darunter auch Kinder und ein Baby, wurden mit einem Boot der maltesischen Marine zum Hafen und von dort zu einem Aufnahmezentrum gebracht. Muscat sprach von einer «Ad-hoc-Vereinbarung». Von den insgesamt 298 Migranten werden demnach 176 von Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien aufgenommen. 78 könnten in Malta bleiben. 44 Menschen aus Bangladesch sollen in ihr Heimatland zurückgeschickt werden.

«Eine ziemlich voreilige Ankündigung», sagt das luxemburgische Außenministerium, das von L'essentiel kontaktiert wurde. Ein Sprecher erklärte, dass das Großherzogtum seiner Tradition und seinen Prinzipien der Aufnahme von Migranten treu bleiben werde. «Im konkreten Fall müssen wir zunächst mit der Europäischen Kommission besprechen, wie der weitere Werdegang der betroffenen Personen organisiert wird und sie dann identifizieren», so der Sprecher weiter. «Dann werden wir die Möglichkeit prüfen, einige in Luxemburg zu begrüßen». Es ist daher noch nicht sicher, ob das Großherzogtum Menschen von beiden Booten willkommen heißen wird.

Politik auf Kosten von Menschen in Not?

32 Migranten an Bord der «Sea-Watch 3» harrten bereits seit dem 22. Dezember auf dem Schiff aus. Eine Woche später nahm das Rettungsschiff «Professor Albrecht Penck» der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye 17 Migranten auf. Die Hilfsorganisationen Sea-Watch und Sea-Eye hatten auf die zunehmend schlechte Lage der Flüchtlinge an Bord verwiesen. Einige litten unter Seekrankheit und beschränkter Wasserversorgung. Doch sie erhielten keine Erlaubnis, in einem EU-Land an Land zu gehen.

Sea Watch International begrüßte, dass «die EU sich entschieden hat, ihre 49 Geiseln freizulassen». Nach 19 Tagen auf See könnten sie nun endlich in einen sicheren Hafen. Die EU dürfe künftig nicht mehr «Politik auf Kosten von Menschen in Not» machen, mahnte die Organisation.

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fernand T. am 09.01.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    An eis Leit mussen an Ausland wunnen goen

  • Jos am 09.01.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So einfach, wie es aussieht, ist die Lösung nicht, denn: meist junge Männer versuchen in Afrika dem drastischen Bevölkerungsanstieg zu entkommen und schlagen sich z. B. nach Libyen durch. Dort bezahlen sie einen Schlepper, der sie in einem Schlauchboot aufs Meer schickt. Die sogenannten Rettungsschiffe sammeln Sie dann auf und bringen sie nicht zurück nach Libyen, sondern kreuzen solange im Mittelmeer herum, bis irgendein Land diese Menschen aufnimmt. Wie wäre es, wenn einmal die Ursachen dieser Flucht bekämpft würden und zwar vor Ort: Geburtenkontrolle und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Entwicklung der afrikanischen Länder. Gleichzeitig erwarte ich von der EU eine strenge Kontrolle der Aussengrenzen und eine Rückführung der Schiffspassagiere an ihren Abfahrtsort.

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  • Léon am 10.01.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Occuper vous plutôt des pauvres du Luxembourg et après les autres.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 10.01.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Occuper vous plutôt des pauvres du Luxembourg et après les autres.

  • Fernand T. am 09.01.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    An eis Leit mussen an Ausland wunnen goen

  • Jos am 09.01.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So einfach, wie es aussieht, ist die Lösung nicht, denn: meist junge Männer versuchen in Afrika dem drastischen Bevölkerungsanstieg zu entkommen und schlagen sich z. B. nach Libyen durch. Dort bezahlen sie einen Schlepper, der sie in einem Schlauchboot aufs Meer schickt. Die sogenannten Rettungsschiffe sammeln Sie dann auf und bringen sie nicht zurück nach Libyen, sondern kreuzen solange im Mittelmeer herum, bis irgendein Land diese Menschen aufnimmt. Wie wäre es, wenn einmal die Ursachen dieser Flucht bekämpft würden und zwar vor Ort: Geburtenkontrolle und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Entwicklung der afrikanischen Länder. Gleichzeitig erwarte ich von der EU eine strenge Kontrolle der Aussengrenzen und eine Rückführung der Schiffspassagiere an ihren Abfahrtsort.

    • reichling rené am 10.01.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

      richteg Jos.gudd geschriwen.

    • Facts am 10.01.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Real fact: Le taux de natalité africain est de 35,4 pour 1000 habitants soit 1,2 naissance toutes les secondes et 36,45 millions de naissances par an. (https://

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