«erniedrigender Behandlung»

02. Juli 2020 13:35; Akt: 02.07.2020 13:58 Print

Frankreich wird für Umgang mit Migranten verurteilt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Frankreich wegen «erniedrigender Behandlung» von Migranten verurteilt – Frankreich muss Kläger nun entschädigen.

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Die drei Kläger erhalten jeweils zwischen 10.000 und 12.400 Euro. (Bild: DPA/Julia Naue)

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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Frankreich wegen «erniedrigender Behandlung» von Migranten verurteilt. «Sie schliefen auf der Straße, hatten keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen, verfügten über keinerlei Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts und hatten ständig Angst, überfallen oder ausgeraubt zu werden», erklärte der Gerichtshof mit Sitz in Straßburg am Donnerstag. Die Behandlung der Kläger lasse einen «Mangel an Respekt vor ihrer Würde» erkennen.

Geklagt hatten ursprünglich fünf asylsuchende Männer, einer von ihnen konnte aber nicht mehr aufgefunden werden. Drei Klägern gab das Gericht schließlich recht, ihnen soll Frankreich nun jeweils zwischen 10.000 und rund 12.400 Euro zahlen. Die Kläger warfen dem französischen Staat vor, dass sie für mehrere Monate ohne finanzielle oder materielle Unterstützung leben mussten. Sie kommen aus Afghanistan, Georgien, Russland und dem Iran.

Auf Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen

Das Gericht hat festgestellt, dass die Kläger während des Asylverfahrens auf der Straße leben mussten – etwa in Zelten. «Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die französischen Behörden ihren Pflichten gegenüber den Antragstellern nach innerstaatlichem Recht nicht nachgekommen sind», hieß es weiter.

Vor allem in Paris gibt es an den Stadträndern große Zeltlager, in denen Migranten unter Brücken oder an Autobahnauffahrten leben. Sie sind auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen. Die Lager, in denen oft mehr als 1000 Menschen leben, werden immer wieder von der Polizei geräumt. Nur kurze Zeit später entstehen aber wieder neue Zeltcamps.

Der EGMR gehört zum Europarat. Gemeinsam kümmern sie sich um den Schutz und Umsetzung der Menschenrechte in 47 Staaten. Der EGMR ist kein Gericht der Europäischen Union.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 03.07.2020 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dat muss een sech mol op der Zong zergoen loossen.. "Die Kläger warfen dem französischen Staat vor, dass sie für mehrere Monate ohne finanzielle oder materielle Unterstützung leben mussten." Quel culot!! "Sie kommen aus Afghanistan, Georgien, Russland und dem Iran." 1) Ass an deenen Länner kee Krich. 2) Huet keen sie geruff. 3) Virwat gin sie net schaffen? Déi kréien 12.400€ an den "Claude Clochard de Sous-le Pont" kritt natierlech kee Wak an kann kucken, dass hien eens gett.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 03.07.2020 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dat muss een sech mol op der Zong zergoen loossen.. "Die Kläger warfen dem französischen Staat vor, dass sie für mehrere Monate ohne finanzielle oder materielle Unterstützung leben mussten." Quel culot!! "Sie kommen aus Afghanistan, Georgien, Russland und dem Iran." 1) Ass an deenen Länner kee Krich. 2) Huet keen sie geruff. 3) Virwat gin sie net schaffen? Déi kréien 12.400€ an den "Claude Clochard de Sous-le Pont" kritt natierlech kee Wak an kann kucken, dass hien eens gett.