Gift-Anschlag

29. Mai 2018 15:21; Akt: 29.05.2018 15:24 Print

Jetzt sprechen die Ärzte der Skripals

Dass der russische Ex-Spion und dessen Tochter überlebten, hätte zunächst niemand geglaubt: Nach dem Gift-Anschlag auf die beiden äußern sich erstmals die behandelnden Ärzte.

Zunächst hätten alle Anzeichen darauf hingedeutet, dass sie nicht überleben würden, so die Ärzte über Sergej Skripal und seine Tochter Julia. (Video: Tamedia mit AP/BBC/AFP)

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Dass der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia den Giftanschlag überlebt haben, grenzt nach Ansicht der behandelnden Ärzte an ein Wunder.

Das sagte Stephen Jukes, Facharzt der Intensivstation des Krankenhauses im englischen Salisbury, der BBC in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. «Als uns zum ersten Mal bewusst wurde, dass das ein Nervenkampfstoff ist, gingen wir davon aus, dass sie nicht überleben würden», betonte er.

Neue Ansätze bei der Behandlung

Zwar sollten alle Therapiemöglichkeiten versucht und die bestmögliche Betreuung gewährleistet werden. «Aber alle Anzeichen, die es gab, deuteten darauf hin, dass sie nicht überleben würden.»

Jukes sagte, es seien neue Ansätze bekannter Behandlungen ausprobiert worden. Die Geschwindigkeit, mit der sich beide Skripals erholt hätten, sei eine sehr angenehme Überraschung gewesen, die er sich selbst nicht vollumfänglich erklären könne.

Duncan Murray, der leitende Facharzt der Intensivstation des Krankenhauses, sagte, die enorme Verbesserung des Gesundheitszustands der Skripals sei auf die sehr gute Intensivpflege sowie das exzellente Teamwork von Ärzten und Pflegekräften zurückzuführen.

Weltweit seien erst drei Menschen mit einer Nowitschok-Vergiftung behandelt worden, so die Ärztin Christine Blanshard. Deshalb könne man die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Patienten nicht abschätzen. «Wir lernen immer noch dazu», sagte sie.

Bewusstlos auf Parkbank

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der Kleinstadt Salisbury bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie waren Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet worden.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion entwickelt worden. Julia Skripal wurde schon am 10. April aus dem Krankenhaus entlassen, ihr Vater am 18. Mai.

Julia Skripal hofft, irgendwann in ihr Heimatland Russland zurückzukehren. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erholt sie sich an einem geheimen Ort in Großbritannien. Sie befinde sich weiterhin in Behandlung, sagte die 33-Jährige jüngst in einer Videobotschaft. Eines Tages wolle sie «in mein Land zurückkehren».

(L'essentiel/kko/sda)

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