Prosecco-Drohung

17. November 2016 21:25; Akt: 17.11.2016 21:25 Print

Johnson amüsiert mit Brexit-​​Forderungen

Großbritanniens Außenminister will Italien für seine Zwecke beim Zugang zum EU-Binnenmarkt einspannen. Boris Johnsons Argumente sind skurril.

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Der britische Außenminister Boris Johnson hat mit seinen Bemühungen, seinem Land nach dem Brexit den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten, für Kopfschütteln und Gelächter gesorgt. Wie der «Guardian» berichtet, legte Johnson dem italienischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, nahe, sich für den Freihandel einzusetzen. Warum? Sonst würde Italiens Prosecco-Export nach Großbritannien einbrechen.

«Im Wesentlichen sagte er: ‹Ich will keine Personenfreizügigkeit, aber ich will Zugang zum Binnenmarkt›», sagte Calenda der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der italienische Politiker antwortete: «Auf keinen Fall.» Als Johnson dann mit dem einbrechenden Prosecco-Absatz auf der Insel gedroht habe, habe Calenda geantwortet: «Okay, ihr werdet weniger Fish & Chips verkaufen. Aber ich verkaufe weniger Prosecco in einem Land, ihr werdet in 27 Ländern weniger verkaufen.» Er habe sich durch Johnsons Vorschlag ein bisschen beleidigt gefühlt, gab Calenda zu.

«Intellektuell unmöglich»

Klare Worte fand auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem gegenüber der BBC. «Ich glaube, er (Johnson, Anmerkung der Redaktion) bietet dem britischen Volk Möglichkeiten an, die überhaupt nicht existieren.» Zum Beispiel wolle er Zugang zum Binnenmarkt, aber nicht Mitglied der Zollunion sein. Das sei schlicht unmöglich.

«Er sagt Dinge, die intellektuell unmöglich sind, politisch unerreichbar, deshalb glaube ich, er liefert dem britischen Volk keine faire Sichtweise auf das, was (...) in diesen Verhandlungen erreicht werden kann», so Dijsselbloem weiter.

«Ich habe keine Beweise für derartige Spaltungen gesehen»

Die britische Regierung hat einem Zeitungsbericht zufolge kein konkretes Konzept für das Ausscheiden aus der Europäischen Union. Im Team von Premierministerin Theresa May gebe es unterschiedliche Ansichten, wie die Verhandlungen mit Brüssel angegangen werden sollten, berichtete die Londoner «Times» am Dienstag unter Berufung auf ein internes Regierungsmemo. Mays Büro dementierte diese Darstellung.

«Das ist kein Regierungsbericht, und wir erkennen die darin erhobenen Behauptungen nicht an«, hieß es in einer Erklärung aus der Downing Street. Verkehrsminister Chris Grayling sagte dem Sender Sky News: «Ich habe keine Beweise für derartige Spaltungen (in Mays Team, Anmerk. der Red.) gesehen.»

(L'essentiel/mlr/sda)

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