Slowakei

02. Dezember 2020 13:15; Akt: 02.12.2020 13:39 Print

Journalistenmörder muss 25 Jahre ins Gefängnis

Der Angeklagte war bereits im April dieses Jahres zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Nun hat das Oberste Gericht das Strafmaß erhöht.

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Das Urteil gegen den ehemaligen Soldat Miroslav Marcek (Bildmitte) ist rechtskräftig. Die Anklage strebt auch gegen den mutmaßlichen Auftraggeber ein Berufungsverfahren an. (Bild: DPA/Michal Sv�tok)

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Das Oberste Gericht der Slowakei hat den Mörder des slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak am Mittwoch zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Wie Gerichtssprecherin Alexandra Vazanova bestätigte, ist dieses Urteil der Berufungsinstanz gegen den Ex-Soldaten Miroslav Marcek rechtskräftig und kann nicht mehr angefochten werden. Er hatte im Januar 2020 gestanden, Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova im Februar 2018 durch Schüsse in Kopf und Brust getötet zu haben.

Das Höchstgericht korrigierte mit seiner Entscheidung ein milderes Urteil des für organisierte Kriminalität zuständigen Sondergerichts in Pezinok bei Bratislava. Die dortigen Richter hatten Marcek im April zu 23 Jahren verurteilt, weil sie ihm als mildernd anrechneten, dass er geständig war und den Ermittlern wertvolle Informationen zu vermutlichen Auftraggebern lieferte. Die Staatsanwaltschaft beharrte hingegen wegen der Schwere des Verbrechens auf der Höchststrafe und setzte diese nun im Berufungsverfahren durch.

Der mutmaßliche Auftraggeber wurde freigesprochen

Der Investigativ-Journalist Kuciak hatte über zwielichtige Geschäfte des Unternehmers Marian Kocner berichtet, aber auch über andere Verfilzungen von Politik und Geschäftemacherei. Eine erst nach seinem Tod veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption aus und führte zum Rücktritt der damaligen Regierung. Der Millionär Kocner hatte nach der Tat mehrfach bestritten, die Tat bestellt und bezahlt zu haben.

Der als Auftraggeber des Mordes angeklagte Kocner und mutmaßliche Komplizen wurden im Hauptverfahren Anfang September aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Auch dagegen legte die Anklage Berufung ein. Darüber verhandelt das Oberste Gericht am 15. und 16. Dezember.

(L'essentiel/dpa)

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