Treffen im Weissen Haus

29. Juli 2018 14:36; Akt: 29.07.2018 14:38 Print

Juncker verrät, wie es zum Kuss-​​Foto mit Trump kam

Der Handelsdeal mit den USA wäre fast gescheitert, sagt EU-Kommissionschef Juncker. Zu seinem ersten Wangenkuss mit US-Präsident Trump liefert er eine überraschende Erklärung.

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Jean-Claude Juncker und Donald Trump im Weißen Haus. (Bild: DPA/Pablo Martinez Monsivais)

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Der Deal zur Beilegung des Handelsstreits mit den USA stand nach Angaben von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeitweise kurz vor dem Scheitern. US-Präsident Donald Trump und seine Delegation hätten in den Verhandlungen «massiven Druck» gemacht, um die EU zu einer weiteren Öffnung ihrer Agrarmärkte zu bewegen, sagte Juncker am Freitag in einem Interview des ARD-Europastudios Brüssel.

Dies habe er aber strikt abgelehnt. «Wohlwissend wie die Lage in Europa ist, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, in Irland, teilweise auch in Luxemburg und sonstwo», ergänzte er.

Um doch zu einer Einigung zu kommen, habe die EU darauf verzichten müssen, den Zugang europäischer Firmen zu den öffentlichen Ausschreibungen in Amerika zu einem Kernpunkt der Verhandlungen zu machen. Dies ist seit langem ein großer Wunsch der europäischen Wirtschaft.

Details noch offen

Trump und Juncker hatten sich am Mittwoch in Washington darauf geeinigt, den monatelangen Handelskonflikt beilegen zu wollen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun unter anderem Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen.

Vor allem Frankreich hatte nach dem Treffen Erklärungen gefordert. Grund waren unter anderem Äußerungen von Trump, der davon gesprochen hatte, dass die Vereinbarungen für amerikanische Farmer neue Märkte öffnen würden.

Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte daraufhin am Freitag, dass europäische Bauern durch den Deal keine stärkere Konkurrenz zu fürchten hatten. Landwirtschaftliche Produkte seien von den geplanten Verhandlungen über ein Zollabkommen ausgenommen, sagte sie. In dem Deal geht es demnach nur um eine höhere Einfuhr von US-Soja, das in der EU aus klimatischen Gründen kaum produziert wird.

Kuss-Foto: «Initiative ging nicht von mir aus»

Trump bezeichnete die Einigung mit der EU trotzdem als wirklichen Durchbruch, um Handelsbarrieren abzubauen. Ihm sei wichtig, dass ein faires und wechselseitig vorteilhaftes System aufgebaut werde, sagte er am Donnerstag (Ortszeit) in Granite City (Illinois). Trump dankte Juncker persönlich für die Übereinkunft. «Er ist wirklich ein sehr hartnäckiger, sehr kluger und ein sehr guter Mann. Natürlich, wenn ich keinen Deal mit ihm gemacht hätte, dann hätte ich gesagt, er ist eine fürchterliche Person.» Trump hatte nach dem Treffen sogar ein Foto verbreitet, dass ihn beim Wangenkuss und in inniger Umarmung mit Juncker zeigt.

«Erstaunlicherweise – und im Gegensatz zu meinem üblichen Benehmen – ging die Initiative nicht von mir aus», scherzte Juncker am Freitag im Interview. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass noch ein Fotograf im Präsidentenbüro war. Letztendlich zeigte er sich aber zufrieden mit der Foto: «Es hat das Ambiente des Momentes eigentlich gut zusammengefasst.»

Lob aus Deutschland

Von deutschen Politikern gab es noch einmal Lob für die Handelseinigung. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der Passauer Neuen Presse, sie bedeute «eine enorme Erleichterung für die Weltwirtschaft und uns Europäer und Deutsche». Ein drohender Handelskrieg sei vorerst abgewendet.

Aus Altmaiers Sicht hat der EU-Kommissionschef dabei keine zu großen Zugeständnisse gemacht. «Wenn wir die Vereinbarung umsetzen, bedeutet dies, dass Zölle für Industrieprodukte auf null reduziert werden», sagte der Minister. Dies sei für ein Exportland wie Deutschland wichtig. «So werden wir viele Arbeitsplätze in Deutschland sichern können und einen Wettlauf von Zöllen und Gegenmaßnahmen verhindern.» Für Altmaier ist das Erreichte eine «Win-Win-Situation».

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der Verräterkuss unter Diktatoren am 03.08.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Juncker verrät uns alle mit seinem Verräterkuss, der uns die massive Einfuhr von undeklariertem USSondermüllgentechsoja einbringt, mit dem er uns alle umbringt: die Fleischesser u Vegetarier! ...

  • John Doe am 30.07.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: "höhere Einfuhr von US-Soja" das sollte korrekt heissen: "höhere Einfuhr von US-Genmodifiziertes Soja". Dieses Soja wird ausschliesslich zur Tierfütterung benutzt - guten Appetit. Das Soja in den Produkten zum menschlichen Verzehr, welche man in den Läden hier kaufen kann, kommt aus Oesterreich (+/- 150.000 Tonnen geerntet in 2016) und ist nicht genmodifiziert. Im übrigen wird auch in Resteuropa Soja produziert.

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  • der Verräterkuss unter Diktatoren am 03.08.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Juncker verrät uns alle mit seinem Verräterkuss, der uns die massive Einfuhr von undeklariertem USSondermüllgentechsoja einbringt, mit dem er uns alle umbringt: die Fleischesser u Vegetarier! ...

  • John Doe am 30.07.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: "höhere Einfuhr von US-Soja" das sollte korrekt heissen: "höhere Einfuhr von US-Genmodifiziertes Soja". Dieses Soja wird ausschliesslich zur Tierfütterung benutzt - guten Appetit. Das Soja in den Produkten zum menschlichen Verzehr, welche man in den Läden hier kaufen kann, kommt aus Oesterreich (+/- 150.000 Tonnen geerntet in 2016) und ist nicht genmodifiziert. Im übrigen wird auch in Resteuropa Soja produziert.

    • vera....tes armes Schwein am 03.08.2018 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      da das Soja aus den USA nicht als Gentechsoja deklariert ist, kann es genausogut im Tofu, den Veggywürsten u Veggyburgern landen, sowie den Sojagetränken, wer weiss das schon oder gehen wir jetzt erstmal ins Labo, um zu untersuchen ob es genmanipuliert ist, bevor wir es zu uns nehmen? ! ? Bei den Betrügereien heutzutage um Geld zu machen geht mann über Leichen, weswegen jetzt Schiedsgerichte einziehen, um den Bürger als selbstverschuldet krank u verarmt über den Tisch zu ziehn um ihm seine letzten Ersparnisse aus der Tasche zu ziehn u ihn dann ausgeraubt in der Gosse liegen zu lassen ...

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