Ungarn in der EU

06. November 2020 10:07; Akt: 06.11.2020 10:19 Print

Keine Zeit für Diskussionen über Rechtsstaatlichkeit

Nach der Einigung der EU auf Kürzungen von Mitteln bei Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit, kündigt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bereits ein mögliches Veto an.

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«Für die Diskussionen über die Rechtsstaatlichkeit ist jetzt keine Zeit», erklärte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban und kündigte bereits ein mögliches Veto an. (Bild: DPA/John Thys)

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Nach der Einigung in der EU auf ein neues Verfahren zur Kürzung von EU-Mitteln bei bestimmten Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban ein mögliches ungarisches Veto bei Haushaltsbeschlüssen der EU angedeutet. «Für die Diskussionen über die Rechtsstaatlichkeit ist jetzt keine Zeit», erklärte er am Freitag im staatlichen Rundfunk.

Vielmehr gehe es derzeit darum, dass jene EU-Länder, die von der Corona-Pandemie am härtesten betroffen seien, so schnell wie möglich an die Mittel aus dem geplanten Corona-Rettungsfonds gelangten, sagte der rechtsnationale Politiker. «Ich spreche hier von den südeuropäischen Ländern. Ungarn verfügt über die nötigen Finanzmittel für die nächsten zwei Jahre.»

Schwere Mängel bei Unabhängigkeit der Justiz und Medienfreiheit

Ungarn ist – zusammen mit Polen – ein erbitterter Gegner der Bestrebungen, Auszahlungen von EU-Geldern aus dem nächsten Sieben-Jahres-Haushalt und aus dem Corona-Rettungsfonds an die Einhaltung von Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu binden. In beiden Ländern haben EU-Gremien und unabhängige Organisationen schwere Mängel in Hinblick auf die Unabhängigkeit der Justiz, die Medienfreiheit und die Korruptionsbekämpfung festgestellt.

Mit der Betonung des Umstandes, dass Ungarn für die nächsten zwei Jahre finanziell abgesichert und auf Mittel aus dem Corona-Rettungsfonds nicht angewiesen sei, habe Orban zwar keine unmittelbare Veto-Drohung verbunden, schrieb das Nachrichtenportal portfolio.hu in einer Analyse. «Doch hat er damit auch angedeutet, dass ein Veto möglich ist, weil das Land damit in keine schlechtere Lage käme», hieß es weiter.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • IamHungry am 06.11.2020 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    In diesen Zeiten noch über andere Länder herzuziehen wegen mangelnder Demokratie oder dem fehlen unabhängiger Medien scheint mir recht Hypokritisch.

  • Merkes wirds t-online vor diktieren am 06.11.2020 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt, aber wo ist überhaupt noch eine Rechtsstaatlich- keit. T-onlines Analytiker wirds herausfingen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Merkes wirds t-online vor diktieren am 06.11.2020 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt, aber wo ist überhaupt noch eine Rechtsstaatlich- keit. T-onlines Analytiker wirds herausfingen!

  • IamHungry am 06.11.2020 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    In diesen Zeiten noch über andere Länder herzuziehen wegen mangelnder Demokratie oder dem fehlen unabhängiger Medien scheint mir recht Hypokritisch.