«No Deal» verhindern

15. August 2019 10:54; Akt: 15.08.2019 11:26 Print

Labour-​​Chef Corbyn will Johnson stürzen

Der Gegenspieler des britischen Premierministers Boris Johnson will einen «No-Deal»-Austritt aus der EU mit allen Mitteln verhindern.

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Geht davon aus, auch viele seiner Kritiker auf seine Seite ziehen zu können: Labour-Chef Jeremy Corbyn. (Archivbild) (Bild: Stefan Rousseau)

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Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn will nach Medienberichten als vorübergehender Premierminister eingesetzt werden. Er will damit einen Brexit ohne Abkommen verhindern.

Weniger als 80 Tage vor dem EU-Austritt plant der Alt-Linke demnach, die Parteien im Parlament dazu bringen, Boris Johnson mit einem Misstrauensvotum aus dem Amt zu drängen. Als neuer Premier will Corbyn den Brexit hinauszögern, Neuwahlen ausrufen und zugleich ein neues Referendum auf den Weg bringen, wie britische Medien am Donnerstag berichteten.

Der Chef der britischen Sozialdemokraten gehe davon aus, auch viele seiner Kritiker auf seine Seite ziehen zu können, wenn seine Zeit als Premier klar befristet wäre. Einen Brief mit seinem Vorschlag soll Corbyn am späten Mittwochabend an die Chefs der oppositionellen Parteien und Rebellen der regierenden Konservativen geschickt haben.

Geteiltes Echo

«Unsere Priorität sollte es sein, im Parlament zusammenzuarbeiten, um einen stark schädigenden No-Deal-Brexit zu verhindern», zitieren die Medien aus dem Schreiben, das auf ein geteiltes Echo gestoßen sein soll. So bezeichnete die neue Chefin der Liberaldemokraten, Jo Swinson, Corbyns Vorschlag den Berichten zufolge als «Unsinn». Die Grünen begrüssten demnach zwar das vorgeschlagene Misstrauensvotum, wollen aber ein neues Referendum noch vor Neuwahlen.

Ein Regierungssprecher sagte dazu: «Es gibt eine klare Wahl: Jeremy Corbyn, der das Referendum außer Kraft setzen und die Wirtschaft ruinieren wird, oder Boris Johnson, der das Referendum respektieren und mehr Geld für das (staatliche Gesundheitssystem) NHS und mehr Polizei auf unseren Straßen zur Verfügung stellen wird.»

Johnson will Brexit Ende Oktober

Johnson will Großbritannien unter allen Umständen am 31. Oktober aus der Europäischen Union führen. Er pocht auf Änderungen am fertigen Austrittsvertrag mit der EU, will aber notfalls auch ohne Abkommen gehen. Das Parlament hatte das Austrittsabkommen drei Mal durchfallen lassen, aber auch klar gegen einen Brexit ohne Vertrag gestimmt. Johnson hatte zuletzt nicht ausgeschlossen, zur Not dem Parlament eine Zwangspause aufzuerlegen und es so handlungsunfähig zu machen.

Johnson will den vereinbarten Backstop im Abkommen streichen, was die EU ablehnt. Diese Garantieklausel soll verhindern, dass zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland wieder Grenzkontrollen eingeführt werden müssen. Das könnte den alten Konflikt zwischen katholischen Befürwortern einer Vereinigung Irlands und protestantischen Loyalisten wieder schüren.

Der Backstop sieht vor, dass Großbritannien so lange Teil einer Zollunion mit der EU bleibt, bis das Problem anderweitig gelöst ist. Für Nordirland sollen zudem teilweise Regeln des Europäischen Binnenmarkts gelten. Johnson sieht in der Klausel ein «Instrument der Einkerkerung» Großbritanniens in Zollunion und Binnenmarkt.

(L'essentiel/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 15.08.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boris stierzen: jo, awer net durch Corbyn ersetzen!

  • Julie am 15.08.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Von allen Politikern sind die britischen wohl die verblödesten , wer einmal das Treiben in deren "House of commons" (am Fernseher) verfolgt hat glaubt eine schlecht gemachte Theaterkomödie zu sehen ..."ORDER"

  • JEFF THIES am 15.08.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ech hoffen datt deen Boris do gestierzt gett.Datt ass zweeten Trump

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 15.08.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boris stierzen: jo, awer net durch Corbyn ersetzen!

  • Julie am 15.08.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Von allen Politikern sind die britischen wohl die verblödesten , wer einmal das Treiben in deren "House of commons" (am Fernseher) verfolgt hat glaubt eine schlecht gemachte Theaterkomödie zu sehen ..."ORDER"

  • JEFF THIES am 15.08.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ech hoffen datt deen Boris do gestierzt gett.Datt ass zweeten Trump