«Gelbwesten»-Proteste

06. Januar 2019 12:53; Akt: 06.01.2019 12:55 Print

Macron verurteilt «extreme Gewalt»

Die Demonstrationen in Frankreich halten weiter an. Aktivisten schleudern Wurfgeschosse. Die Polizei setzt Tränengas ein.

Am Samstag sind die Gilets jaunes erneut auf die Straße gegangen. Es gab Zusammenstösse mit der Polizei. (Video: Reuters)

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Bei Protesten zehntausender Anhänger der «Gelbwesten»-Bewegung ist es in mehreren Städten Frankreichs erneut zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen. Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt bei den Protesten mit landesweit 50.000 Menschen.

«Einmal mehr ist die Republik von extremer Gewalt attackiert worden», schrieb Macron am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er rief zur Mäßigung und zur Rückkehr zum Dialog auf. Auch Innenminister Christophe Castaner ermahnte die Demonstranten zur Ruhe. Jeder habe ein «Verantwortung» und müsse «das Gesetz respektieren», schrieb er in Twitter.

In Paris, wo etwa 4000 Menschen auf die Straße gingen, kam es nach einem friedlichen Start der Proteste in mehreren Vierteln zu gewaltsamen Zwischenfällen. Auf dem Boulevard Saint-Germain wurden mehrere Roller, Abfalleimer und ein Auto angezündet. Auf einer Seine-Brücke wurde bei Zusammenstössen ein Polizist verletzt.

Ministeriumsgebäude aufgebrochen

Mehrere Aktivisten brachen am Nachmittag die Tür zum Innenhof eines Ministeriumsgebäudes auf, in dem Regierungssprecher Griveaux sein Büro hat. Der Angriff habe «nicht mir, sondern der Republik gegolten», sagte er zu AFP. Nach seinen Angaben waren «Gelbwesten» und schwarz gekleidete Demonstranten daran beteiligt. Zwei Autos im Innenhof seien zerstört worden. Griveaux wurde in Sicherheit gebracht.

Am späten Vormittag hatten sich die «Gelbwesten» zu einer Kundgebung auf den Champs-Elysees versammelt. Eine Rednerin sagte, die bisherigen Zugeständnisse der Regierung reichten nicht aus. Es werde noch das ganze Jahr über Protestaktionen geben.

Auch in mehreren anderen Städten Frankreichs gingen die «Gelbwesten» am Samstag auf die Straße. Dabei nahm die Beteiligung im Vergleich zur Vorwoche wieder zu. Rund 50.000 Menschen hätten sich landesweit an den Kundgebungen beteiligt, sagte Innenminister Castaner im Fernsehsender LCI. Vergangenen Samstag waren 32.000 «Gelbwesten» auf die Straße gegangen.

Proteste seit November

Die «Gelbwesten»-Bewegung setzt der Regierung von Staatschef Macron seit November zu. Bei ihren landesweiten Kundgebungen demonstriert sie gegen Steuer- und Preiserhöhungen sowie für eine verbesserte Kaufkraft der Franzosen. Bei den Protesten gab es mehrfach – auch auf den Champs-Elysees – gewaltsame Zusammenstösse mit der Polizei.

Ursprünglich hatte sich die Bewegung gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel gerichtet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die Politik der Regierung. Deren milliardenschweren Zugeständnisse, die unter anderem mehr Geld für Mindestlohnbezieher und Entlastungen für Pensionisten vorsehen, weisen die Demonstranten als ungenügend zurück. Viele fordern weitere Steuersenkungen, Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild sowie den Rücktritt Macrons.

(L'essentiel/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • svendorca am 06.01.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    wenn es eine Möglichkeit gibt sich das zurück zu holen was Politiker dir so alles klauen, dann ist es die Straße und das, mit all seinen Facetten...

  • Knouter am 07.01.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    das as keen Protest méi. Déi di hiert Gesiicht verstoppen, sinn just do fir Krawall ze maachen an den Lait hier Saachen ze zerstéieren. Wuelgemierkt dass si bei den normalen Lait Saachen zerstéieren an net bei den Politiker.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Knouter am 07.01.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    das as keen Protest méi. Déi di hiert Gesiicht verstoppen, sinn just do fir Krawall ze maachen an den Lait hier Saachen ze zerstéieren. Wuelgemierkt dass si bei den normalen Lait Saachen zerstéieren an net bei den Politiker.

  • svendorca am 06.01.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    wenn es eine Möglichkeit gibt sich das zurück zu holen was Politiker dir so alles klauen, dann ist es die Straße und das, mit all seinen Facetten...