«Staatliche Morde»

10. Oktober 2021 14:37; Akt: 10.10.2021 14:40 Print

Macron will weltweites Ende der Todesstrafe

Der französische Präsident Emmanuel Macron prangert die Todesstrafe als «staatliche Morde» an. Die Regime, die sie noch ausüben, hätten «meist eine Vorliebe für Despotismus».

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der französische Präsident Emmanuel Macron will einen neuen Anlauf zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe unternehmen. Frankreich werde diesen «Kampf» wieder aufnehmen, sagte der Staatschef am Samstag in Paris anlässlich des 40. Jahrestags der Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich. Für 2022 kündigte er ein «Treffen auf höchster Ebene» an, um die Regierungen der Länder, welche die Todesstrafe anwenden, von der «dringenden Notwendigkeit ihrer Abschaffung» zu überzeugen.

Wie es wenig später vom Deutschen Auswärtigen Amt hieß, werde das Treffen am 16. November 2022 in Berlin stattfinden. «Unser Ziel ist es, dieses Relikt der Vergangenheit endlich abzuschaffen.» Die Todesstrafe sei eine grausame und unwiderrufliche Strafe. «Sie verstößt nicht nur gegen das Recht auf Leben, sie ist unvereinbar mit der Würde des Menschen», so Deutschlands Außenminister Heiko Maas.

«Eine Schande für die Menschheit»

Bei der Gedenkveranstaltung in Paris sprach auch Robert Badinter, Frankreichs ehemaliger Justizminister, der sich 1981 für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt hatte. Er zeigte sich «absolut überzeugt davon, dass die Todesstrafe dazu bestimmt ist, von der Welt zu verschwinden, weil sie eine Schande für die Menschheit ist». Diese Form der Bestrafung «verteidigt die Gesellschaft nicht, sie entehrt sie».

1981 sei Frankreich das 35. Land weltweit gewesen, das die Todesstrafe abschafft hatte, sagte Macron. «106 Staaten sind bis heute diesen Weg gegangen und 50 weitere halten sich an gesetzliche oder De-Facto-Moratorien für Hinrichtungen.»

Tausende Menschen exekutiert

Macron unterstrich, dass es auch im vergangenen Jahr weltweit erneut Hunderte Hinrichtungen gegeben habe. Der Staatschef prangerte diese als «staatliche Morde» an, verübt von «33 politischen Regimen, von denen die meisten eine Vorliebe für Despotismus und eine Ablehnung der Menschenrechte teilen».

Die meisten Hinrichtungen führt nach Angaben von Amnesty International China aus. Allerdings gibt es dort keine offiziellen Zahlen, mutmaßlich werden dort jedes Jahr Tausende Menschen exekutiert. Weitere Länder, welche die Todesstrafe in bedeutendem Ausmaß anwenden, sind der Iran, Saudi-Arabien und weitere arabische Staaten sowie die USA.

(L'essentiel/AFP/DPA/mur/roy)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 10.10.2021 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich bin für die Abschaffung von unseriösen und unkopetenten Politiker und Diktatoren, die nach Macht und Geld schreien.

Die neusten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 10.10.2021 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich bin für die Abschaffung von unseriösen und unkopetenten Politiker und Diktatoren, die nach Macht und Geld schreien.