Flüchtlingslager in Samos

19. September 2021 14:43; Akt: 19.09.2021 15:44 Print

Neues Camp mit Scannern, Kameras und Stacheldraht

Am Samstag 19. September wurde in Samos ein neues Lager für Flüchtende eröffnet – ein «Hochsicherheitslager». Menschenrechtler und Flüchtende kritisieren die Einschränkungen.

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Auf der griechischen Insel Samos ist am Samstag ein neues «geschlossenes» Flüchtlingslager eröffnet worden. Das Camp ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet. Es verfügt zudem über ein Gefangenenlager und ist nur per elektronischem Chip zugänglich. Die Tore bleiben über Nacht geschlossen.

Das Lager auf Samos ist eines von fünf geplanten derartigen Camps auf den ägäischen Inseln Leros, Lesbos, Kos, Chios und Samos. Die EU hat dafür 276 Millionen Euro bereitgestellt. Das Camp auf Samos soll als Pilotprojekt für die Flüchtlingslager auf den anderen Inseln dienen.

Beschränkungen für Migranten zu hoch

Menschenrechtsgruppen kritisieren die neuen «geschlossenen» Flüchtlingslager. Die Beschränkungen für die Migranten und Migrantinnen seien zu hoch. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft hatten die EU und Griechenland im Vorfeld der Eröffnung aufgefordert, die Pläne zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Flüchtenden fallenzulassen. Auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zeigte sich besorgt und in Griechenland demonstrieren Menschen gegen das abgeriegelte Lager.

Die griechische Regierung verweist dagegen auf eine bessere Ausstattung der Camps etwa mit fließendem Wasser, Toiletten, separaten Bereichen für Familien und höherer Sicherheit. Frühere Einrichtungen waren für ihre schlechten Zustände berüchtigt.

Altes Camp soll geschlossen werden

Die Flüchtenden des bisherigen Lagers auf Samos sollen am Montag in die neue Einrichtung umgesiedelt werden. Dem griechischen Einwanderungsministerium zufolge soll das alte Camp zum Monatsende geschlossen werden.

In Griechenland kommen besonders viele Flüchtende auf dem Weg nach Europa an. 2015 baten dort mehr als eine Million Menschen um Asyl. Angesichts der Afghanistan-Krise wird erneut mit hohen Flüchtlingszahlen gerechnet.

(L'essentiel/AFP/roa)