Wien

26. November 2021 18:20; Akt: 26.11.2021 18:24 Print

Österreichische Politiker feiern Gala im Lockdown

Bei Österreichs Elite herrscht auf einer Spendenveranstaltung Partystimmung, während das Land im Lockdown verharrt. Nun hagelt es Kritik aus der Bevölkerung.

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Eine Spendengala im ORF-Ballroom wird für die österreichische Spitzenpolitik nun zum rutschigen Parkett. Der TV-Sender veranstaltete am Mittwochabend eine hochkarätig besetzte Sendung zugunsten der Hilfsorganisation «Licht ins Dunkel». Unter anderem Österreichs Bundespräsident, der Kanzler, der Vizekanzler sowie sechs Minister und die SPÖ-Vorsitzende griffen zum Hörer und notierten Geldbeträge für die gute Sache.

Politikerinnen und Politiker feierten Party

Am Ende gaben die Politikerinnen und Politiker auf dem Partyparkett kräftig Gas. Zum Hit «Live is Life» feierten Schallenberg und Co. tatsächlich das Leben – und den Erfolg von 3,2 Millionen Euro für Österreicherinnen und Österreicher in Not. Die Polit-Granden klatschten dicht an dicht – ohne FFP2-Masken – in die Hände, wippten im Takt. Einige sangen sogar einige Textzeilen mit, wie die Zeitung «Heute» berichtet.

User im Lockdown nerven sich

Genau das sorgt nun für Misstöne auf den sozialen Netzwerken. Dort schlägt die gute Stimmung einigen Userinnen und Usern aufs Gemüt. Während die Österreicher im Lockdown sitzen, feiert die Polit-Spitze Party, so der Tenor. Ein Tiktok-Clip der Party wurde inzwischen 140’000 Mal angesehen und tausendfach auf WhatsApp versendet. Besonders heftig in die Kritik geriet Arbeitsminister Martin Kocher (VP) auf Twitter, weil er in einer Telefonpause mit dem Smartphone den Showact filmte. «Ein Großteil der Bundesregierung hat über drei Stunden lang im Rahmen der ORF-Gala (2G+) mit Spenderinnen und Spendern telefoniert», sagt dieser zur seiner Verteidigung.

Hinter den Regierungskulissen betont man die strengen Sicherheitsvorkehrungen für den ORF-Event. Alle Personen seien geimpft und am selben Tag PCR-getestet worden (2G+), außerdem sei es ein Arbeitstermin gewesen – die Politgranden seien als Mitwirkende an der Sendung zu betrachten.

(L'essentiel/heute.at/lea)