Ermittlungen dauern an

10. April 2020 11:33; Akt: 10.04.2020 12:08 Print

Polen gedenkt der Absturzopfer von Smolensk

Vor 10 Jahren war eine polnische Regierungsmaschine in Russland abgestürzt. Am Freitag wurde der Opfern gedacht. Zudem fordert die polnische Regierung die Herausgabe des Wracks.

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Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), legt auf dem Pilsudski-Platz einen Kranz am Denkmal für seinen verstorbenen Zwillingsbruder, den ehemaligen Präsidenten Lech Kaczynski, nieder. (Bild: DPA/Radek Pietruszka)

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Mit einer Kranzniederlegung haben Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und der Chef der Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, der Opfer der Flugzeug-Katastrophe von Smolensk gedacht. Bei dem Absturz am 10. April 2010 starb auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski. Lech und Jaroslaw waren Zwillingsbrüder.

Bei dem Absturz der polnischen Regierungsmaschine beim Landeanflug auf das russische Smolensk waren 96 Menschen ums Leben gekommen. Sie waren unterwegs zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Massaker von Katyn. Dort hatten 1940 Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD Tausende polnische Offiziere ermordet.

Ermittlungen dauern auch nach 10 Jahren noch an

Die Ermittlungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe dauern an. Anhänger der PiS gehen bis heute von einem Mordanschlag auf Kaczynski aus. Bislang vorgelegte Untersuchungen des polnischen Innenministeriums und der russischen Ermittler sprechen hingegen von einem Pilotenfehler.

Die Crew habe nicht auf eine frühe Warnungen reagiert und sei trotz schlechter Sichtverhältnisse weitergeflogen. «Der Pilot hätte die Entscheidung treffen müssen, einen anderen Flughafen anzusteuern. Das war aber nicht der Fall», sagte Swetlana Petrenko vom Staatlichen Ermittlungskomitee in Russland der Agentur Interfax. Die Theorie von möglichen Sprengstoffspuren hätten Experten aus beiden Ländern mit zahlreichen forensischen Untersuchungen zur Gänze widerlegt, sagte sie weiter.

Forderung zur Herausgabe des Wracks

Zehn Jahre nach der Flugzeug-Katastrophe von Smolensk hat Polens Regierung von Russland erneut die Herausgabe des Wracks der Tupolew T-154 gefordert. Eine entsprechende diplomatische Note habe man an Moskau gerichtet, teilte das Außenministerium in Warschau am Freitag per Twitter mit. «Keine Norm des internationalen Rechts ist Grundlage dafür, dass Russland das Eigentum Polens weiter behält.»

Bereits im Oktober 2018 hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarats Russland aufgefordert, Polen das Wrack zurückzugeben. Laut dem Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt müsse das Land, in dem sich das Unglück ereignet habe, die Überreste des Flugzeugs aushändigen, sobald die technischen Untersuchungen zur Unfallursache abgeschlossen seien. Russland hat aber bislang argumentiert, dass ein strafrechtliches Verfahren zu dem Absturz noch laufe. Die Fragmente des Wracks dienten als Beweisstück und könnten daher nicht herausgegeben werden.

(L'essentiel/dpa)

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