Kapitänin

15. Juli 2019 08:46; Akt: 15.07.2019 09:06 Print

Rackete fordert Aufnahme von Klima-​​Flüchtlingen

Carola Rackete (31) ist die derzeit berühmteste Kapitänin der Welt. Jetzt gab die Frau, die 53 Flüchtlinge im Mittelmeer rettete, ein Interview.

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Verbrecherin oder Vorbild? Darüber debattiert die Welt seit dem Tag, an dem Carola Rackete 53 aus Libyen kommende Flüchtlinge als Kapitänin der «Sea-Watch 3» im Mittelmeer aus Seenot rettete – und sie nach Wochen des Wartens Ende Juni trotz eines Verbots der Behörden in den Hafen der Insel Lampedusa brachte. Rackete wurde festgenommen, der Hausarrest nach drei Tagen wieder aufgehoben. Gerichte werden nun über den Fall entscheiden.

«Wir haben rechtens gehandelt, davon bin ich überzeugt», sagt Rackete zur Bild . Wie bei einem Autounfall müsse man auch hier ganz einfach helfen. «Und das Gesetz sagt außerdem: Wir mussten die Menschen an den nächsten sicheren Hafen bringen – und der heißt Lampedusa. Weder in Libyen noch in Tunesien gibt es sichere Häfen», wird Rackete zitiert. Den medialen Fokus habe sie dabei nie gewollt.

«Am Ende musste ich reagieren»

Immer mehr Menschen würden aber den «Rechtsruck» nicht mehr hinnehmen. Für sie ist es absurd, dass sie die Flüchtlinge nach Libyen oder Tunesien hätte bringen sollen, da es dort keine Asylverfahren gäbe: «Damit würden wir uns strafbar machen.» Im wochenlangen Warten hätte die Kapitänin Italien, Malta und Spanien um das Anlegen gebeten, alle hätten abgesagt. «Am Ende musste ich reagieren, weil die Situation an Bord dramatisch war und Menschen hätten sterben können.»

Über die rechtlichen Aspekte sollen jetzt «nicht Politiker urteilen, sondern allein Experten». Und: «Dass jemand verhaftet wird, weil Menschen gerettet werden – das geht einfach nicht.» Auf die Frage, ob es eine Grenze für die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa gibt, sagt Rackete: «Asyl kennt keine Grenze. Wir kommen jetzt zu einem Punkt, wo es ‹forced migration› gibt, also eine durch äußere Umstände wie Klima gezwungene Migration. Und da haben wir dann keine Wahl mehr und können nicht einfach sagen, dass wir die Menschen nicht wollen.»

«Debatte ist teilweise absurd»

Für Rackete sei die Debatte um die Flüchtlingsaufnahme in Europa «teilweise absurd. Die Zahl an Menschen, die wir aufgenommen haben, ist ja immer noch gering, wenn Sie das mit dem Libanon, Jordanien oder anderen afrikanischen Ländern vergleichen. Man muss das besser erklären und das Thema nicht den rechtspopulistischen Parteien überlassen.»

Ein Limit für die Aufnahme sieht Rackete in Europa nicht, doch auch daneben müsse man in Afrika mehr helfen, damit sich vor allem der Klimawandel als Fluchtgrund nicht verstärke. Und: Die Menschen müssten raus aus Libyen. «Die EU bezahlt eine libysche Küstenwache, die in Menschenhandel verwickelt ist. Sie bringen die Flüchtlinge dann in Lager, in denen KZ ähnliche-Zustände herrschen. Wir finanzieren also Milizen und Mörderbanden mit EU-Geld», so Rackete.

(L'essentiel/rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pablo E am 15.07.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht mit Flüchtlingen die in die EU wollen, wir können und wollen nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen. Solange Leute wie die Kapitänin Rackete Flüchtlinge aus dem Mehr retten werden Schlepperbanden weiterhin viel Geld verdienen. Irgendwann muss schluss sein.

  • Klimanotstand am 02.10.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Rockula Rakete, entschuldigung Rackete fordert jetzt auch die Aufnahme der Klimaflüchtlinge. Wie kann sie so verantwortungslos sein u. zulassen, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge in Deutschland einreisen, wo doch so viele deutsche Städte den Klimanotstand - was immer das auch sein mag - angeordnet haben

  • jimbo am 15.07.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat kann se jo all bei sech doheem am Gaart ophuelen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klimanotstand am 02.10.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Rockula Rakete, entschuldigung Rackete fordert jetzt auch die Aufnahme der Klimaflüchtlinge. Wie kann sie so verantwortungslos sein u. zulassen, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge in Deutschland einreisen, wo doch so viele deutsche Städte den Klimanotstand - was immer das auch sein mag - angeordnet haben

  • Flüchtlinge durch Lügenprofitindustrie am 16.07.2019 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat Recht! ... da wir es nicht schaffen umzudenken u unsere Verseuchungsmassnahmen nicht einschränken, sind wir dafür verantwortlich, dass andernorts Orte im Meer versinken o/u durch Naturkatastrophen zerstört werden! ... anstatt Raketen zu bauen, um auf den Mond zu fliegen, sollten wir unsere Erde schützen vor dem Verseuchungsmonster 'Industriemensch', der mit seinen Waffen u Giften die Erde zerstört, Zwiespalt säht zwischen den Menschen u mit seinen 'so intelligenten' Massnahmen alles Leben auf Erde zerstört u/o manipuliert für den Geldprofit u dadurch die Vielfalt weltweit zerstört! ...

  • jimbo am 15.07.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat kann se jo all bei sech doheem am Gaart ophuelen!

  • Pablo E am 15.07.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht mit Flüchtlingen die in die EU wollen, wir können und wollen nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen. Solange Leute wie die Kapitänin Rackete Flüchtlinge aus dem Mehr retten werden Schlepperbanden weiterhin viel Geld verdienen. Irgendwann muss schluss sein.