«Versuchter Terroranschlag»

11. August 2019 13:11; Akt: 11.08.2019 13:27 Print

Schüsse in Moschee in Oslo – Polizei findet Leiche

Ein schwer bewaffneter Mann mit Helm und Uniform hat in einer Moschee in Oslo um sich geschossen. Eine Verwandte des mutmaßlichen Täters wurde tot aufgefunden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Beim Überfall eines schwer bewaffneten Mannes auf eine Moschee in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo sind am Samstag zwei Menschen leicht verletzt worden. In der Nähe des Tatortes wurde zudem eine Leiche gefunden.

Drei Gläubige hätten sich nach dem Gebet noch in der Al-Noor-Moschee in Baerum nahe Oslo aufgehalten, als der mit zwei Schrotflinten und einer Pistole bewaffnete Mann in das Gebäude eindrang, berichtete Moschee-Vertreter Ifran Mushtaq dem Sender TV2. Zwei der Männer seien sofort in Deckung gesprungen, doch ein rund 70 Jahre alter Mann habe den Angreifer überwältigt. Dabei seien Schüsse gefallen.

Mann festgenommen

Sowohl der Bewaffnete als auch einer der Moschee-Besucher seien bei dem Gerangel leicht verletzt worden. Der Angreifer sei schließlich durch einen Schlag auf den Hinterkopf außer Gefecht gesetzt worden. Die Polizei habe den jungen Mann, der eine Schutzweste getragen habe, schließlich festgenommen.

Der Mann soll vorher eine Frau getötet haben. «Eine junge Frau wurde an der Adresse des Verdächtigen tot aufgefunden», sagte der stellvertretende Polizeichef Rune Skjold. Der etwa 20-jährige Mann werde nun des Mordes verdächtigt. Der Leichenfund stehe im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Al-Nur-Moschee in Bärum, erklärte ein Polizeisprecher am Samstagabend.

Vermutlich Einzeltäter

Der Tatverdächtige sei ein gebürtiger Norweger, der in der Nähe lebe, sagte Polizeisprecher Rune Skjold. Er sei der Polizei bekannt gewesen - er habe jedoch keinen kriminellen Hintergrund. Die Polizei stuft den Fall als «versuchten Terroranschlag» ein. Weitere Details oder Hintergründe zum Geschehen wurden nicht veröffentlicht. Weitere Angreifer seien an dem Vorfall vermutlich nicht beteiligt gewesen, hieß es weiter. Auch zu dem Motiv des Tatverdächtigen gab es keine Angaben. Die Online-Aktivitäten des Mannes würden noch überprüft, sagte Skjold.

Regierungschefin Erna Solberg verurteilte den Zwischenfall. «Der Besuch von Moschee, Kirche oder anderen Gotteshäusern sollte sicher sein», schrieb sie in einer am Abend veröffentlichten Erklärung. Auch sie wollte sich nicht zu dem Tatmotiv äußern.

Nach örtlichen Medienberichten wurde das Gebiet um die Moschee weiträumig abgeriegelt. Zudem sei ein größeres Polizeiaufgebot um den vermuteten Wohnsitz des Festgenommenen beobachtet worden, hieß es.

Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland, bei dem ein Rechtsextremist im März 51 Menschen erschossen und weitere 50 Personen verletzt hatte, waren in der Al-Noor-Moschee in Baerum nach örtlichen Medienberichten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt worden.

(L'essentiel/sda/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.