Polizei setzt Tränengas ein

27. Oktober 2020 10:21; Akt: 27.10.2020 15:33 Print

Schwere Proteste gegen Sperrstunde in Italien

In mehreren Städten Italiens ist es am Montagabend zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten hatten sich versammelt, um gegen die strengen Corona-Maßnahmen zu protestieren.

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Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Maßnahmen der Regierung.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte sagte, die Maßnahmen wurden erlassen, damit die Bürger ein «gelassenes Weihnachtsfest» feiern können. «Ein gelassenes Weihnachtsfest ist unmöglich», sagt Paoplo Bianchini, Restaurantbesitzer in Lazio. Bianchini schätzt, dass die Hälfte der Restaurants nächsten Monat nicht öffnen werden, da die Kosten den potentielle Betriebe weiterzuführen höher seien als die Einkünfte.

Restaurantbetreiber machen sich Sorgen um ihre Zukunft

«Wir möchten eine wissenschaftliche Erklärung, warum wir unsere Restaurant schließen mussten», so der Restaurantbetreiber. «In den letzten Monaten haben wir alles getan, um unsere Arbeit so sicher wie möglich zu gestalten – für unsere Gäste sowie für unsere Familie. Wir möchten einen wissenschaftlichen Beweis, dass wir Spreader sind», sagt Bianchini.

Auch die Wintersportbetriebe in den Bergen werden von den Maßnahmen hart getroffen. Im Aosta-Tal mussten Skibahnen und Restaurants nur einen Tag nach Beginn der Skisaison wieder schließen. In Kalabrien im Süden Italiens haben Betreiber von Fitness-Centern und Schwimmbädern gegen die Zwangsschließung protestiert. Luigi de Magistris, der Bürgermeister der kalabrischen Hauptstadt Cosenza, sagte die Schließung von Theatern und Kinos würde «die Kultur Italiens töten».

Italien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 540 000 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 37 000 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

(L'essentiel/SDA/lub)

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