Österreichs Kanzler

06. Januar 2020 09:14; Akt: 06.01.2020 09:29 Print

Seenotretter beschimpfen Kurz als «Baby-​​Hitler»

Die Seenotretter der deutschen Organisation Lifeline bezeichnen Österreichs künftigen Kanzler Sebastian Kurz auf Twitter als «Baby Hitler».

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"#BabyHitler": Die Seenotretter der deutschen Mission Lifeline gehen in einem Tweet auf den künftigen österreichischen Kanzler Sebastian Kurz los. (Bild: Christian Hofer)

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Am Wochenende gab der ÖVP-Kanzler ein umstrittenes Interview in der Bild am Sonntag. Darin kritisierte Sebastian Kurz die private Seenotrettung und wiederholte, dass die private Rettung zu mehr Flüchtlingen und somit auch zu mehr Toten führe.

Die Seenotretter der Mission Lifeline schrieben daraufhin auf Twitter: «Baby Hitler in der Bild: rechtsextrem». Es ist nicht das erste Mal, dass die Dresdner Organisation in den sozialen Netzwerken für Diskussionen sorgt.

Kurz: «Private Seenotrettung funktioniert nicht»

Auch Kurz' Kritik an der privaten Seenotrettung ist nicht neu. Schon im Vorjahr teilte der 33-Jährige mehrmals gegen die illegale Migration aus: «Es ist ein sehr heikler Bereich, weil manchmal unterstützen private Seenotretter, ohne dass sie es wollen, die Schlepper. [...] Durch das Retten im Mittelmeer und einem direkten Ticket nach Europa machen sich immer mehr auf den Weg und immer mehr ertrinken dadurch. All jene, die glauben, etwas Gutes zu tun, müssen sich eingestehen, dass es diese erwiesene Steigerung der Toten durch ihr Vorgehen gibt. Das bedaure ich zutiefst [...] Ein Modell der privaten Seenotrettung funktioniert nicht», so Kurz in der Bild.

NGO und Rackete kontern Kurz

Die Organisation Seawatch twitterte dazu: «Die Pullfaktor-These ist #Pullshit und wissenschaftlich widerlegt. Jedenfalls ist Seenotrettung nicht die Kernkompetenz des Kanzlers eines Staates ohne Meer-Zugang, der mit Stimmen seines korrupten Ex-Regierungspartners seine rassistische Abschottungspolitik vorantreiben will.»

Ähnlich sieht es auch die jüngst in Klosterneuburg mit dem Globart Award 2019 ausgezeichnete Rettungskapitänin Carola Rackete. Sie kommentierte die türkis-grüne Regierungseinigung: «Österreich auf dem Weg zu einer ‚grünen' Festung Europas? Man könnte solche Aussagen öko-faschistisch nennen.»

Schon vor einigen Monaten sorgte das Satiremagzin Titanic mit einem Hitler-Vergleich für große Empörung. Es rief zum Mord am ÖVP-Chef auf: «Endlich möglich: Baby-Hitler töten!», titulierte das Blatt. Rechtliche Konsequenzen gab es keine – die Ermittlungen wurden eingestellt.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Welche Gerechtigkeit? am 06.01.2020 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nun wenn der Vorwurf an Österreich geht als ein Land ohne Küste, stellt sich die Frage weshalb deutsche Seenotretter ihre Geretteten NICHT an die deutsche Küste bringen?? Und weshalb dèrfen solche Vereine andauernd Hitler-Vergleiche ziehen ohne deswegen verurteilt zu werden??

  • gruss wohl am 06.01.2020 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    was tun diese Freizeitkapitäne denn mit ihren alten Drecksöldampfern??? Heute mit Schweröl Seenotrettung und morgen auf der Demo mit Gretha gegen Umweltverpestung

  • Kritiker am 06.01.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist denn die europäische Demokratie geblieben; denn was in Europa abläuft, hat mit demokratischen Grundrechte überhaupt nichts mehr zu tun, sondern nimmt diktatorische - ferngesteuerte - Züge an u. hinterlässt den Verdacht, durch Soros in chaotischen Zustand versetzt zu werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • GodwinLaw am 07.01.2020 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    ...und wenn die Argumente fehlen, zieht man einfach die "Nazikeule", sehr schwach, liebe Carola...

  • Misch am 06.01.2020 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    wo der Kurz Recht hat hat er Recht, da nutzt auch die Nazikeule nichts. Heute ist es in bestimmten Kreisen üblich jeden der anderer Meinung ist als Nazi zu beschimpfen. Viele Luxemburger wurden von den Nazis getötet und verschleppt. Das ist zwar lange her, aber immer noch nicht vergessen. Nur der Sebastian Kurz hat damit nichts zu tun. Die Engländer machen sich darüber lustig und sagen: wenn du jemanden zum schweigen bringen willst, sagst du laut "Nazi"

  • Bettschlüpfer am 06.01.2020 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz ist ganz gewiss nicht mein Politiker, denn für mich ist er ein "Weichei der mit seiner eigenen Großmutter ins Bett hüfpfen würde, wenn es seine politischen Ansprüche gerecht werden würde. Deshalb die Koalition mit den Grünen

  • gruss wohl am 06.01.2020 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    was tun diese Freizeitkapitäne denn mit ihren alten Drecksöldampfern??? Heute mit Schweröl Seenotrettung und morgen auf der Demo mit Gretha gegen Umweltverpestung

  • Welche Gerechtigkeit? am 06.01.2020 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nun wenn der Vorwurf an Österreich geht als ein Land ohne Küste, stellt sich die Frage weshalb deutsche Seenotretter ihre Geretteten NICHT an die deutsche Küste bringen?? Und weshalb dèrfen solche Vereine andauernd Hitler-Vergleiche ziehen ohne deswegen verurteilt zu werden??