Nach Protesten

08. Juli 2020 18:51; Akt: 08.07.2020 18:52 Print

Serbiens Präsident hebt Ausgangssperre auf

Nach den schweren Ausschreitungen in Serbiens Hauptstadt Belgrad hat der Präsident Aleksandar Vucic die zuvor angekündigte Ausgangssperre gestrichen. Gegen die geplante Polizeistunde hatten die Demonstranten heftig protestiert.

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Nach massiven Protesten in der Nacht zum Mittwoch hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic eine von ihm angekündigte Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie zurückgenommen. «Es wird sicherlich neue Maßnahmen für Belgrad geben, aber keine Polizeistunde», sagte er. Die Einzelheiten werde der Krisenstab der Regierung am Donnerstag bekanntgeben.

Vucic hatte am Dienstag angekündigt, dass die Regierung wegen der zuletzt stark gestiegenen Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus eine Ausgangssperre verhängen werde, die von Freitagabend bis zum Morgen des darauffolgenden Montags dauern würde. Die Ankündigung hatte massive Proteste ausgelöst. Tausende Menschen versammelten sich vor dem Parlament in der Belgrader Innenstadt.

Demonstranten wollten Regierungsgebäude stürmen

Eine kleinere Gruppe militanter Demonstranten drang kurzzeitig in das Gebäude ein. Die Polizei löste die Kundgebung unter Einsatz von Tränengas auf. Nach offiziellen Angaben wurden 23 Menschen festgenommen. 43 Polizisten und mehrere Demonstranten erlitten Verletzungen.

In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Pandemie mit Ausgangssperren bekämpft. Sie galten jeweils in der Nacht und über ganze Wochenenden hindurch und wurden mit großer Strenge behördlich durchgesetzt. Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück.

Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen. Vucic hatte am Dienstag erklärt, dass die Krankenhäuser in Belgrad bereits mit Patienten voll seien. Am Mittwoch wurden erneut 357 Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet.

(L'essentiel/SDA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhaleWhisperer am 09.07.2020 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ein höchst problematisches Dilemma für die serbische Regierung: sich entscheiden müssen zwischen der politischen Stabilität und der Gesundheit der Bürger? Falls einzelne extremistische Parteien oder Organisationen in die Unruhen involviert sind und die Leute "aufgestachelt" haben, müssen die auf jeden Fall strafrechtlichen Konsequenzen rechnen!

  • Nico am 09.07.2020 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    alle Macht dem Volke. Wäre mal in Luxemburg und in Deutschland angebracht. Einfach mal das Parlament angreifen statt wo anders zu randalieren. Funktioniert ja jetzt.

  • Bananenrepublikeinwohner am 09.07.2020 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Na also: wenn die Wähler Eier in den Hosen haben dann funktioniert auch das politische 'Feedback'.

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  • Bananenrepublikeinwohner am 09.07.2020 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Na also: wenn die Wähler Eier in den Hosen haben dann funktioniert auch das politische 'Feedback'.

  • Nico am 09.07.2020 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    alle Macht dem Volke. Wäre mal in Luxemburg und in Deutschland angebracht. Einfach mal das Parlament angreifen statt wo anders zu randalieren. Funktioniert ja jetzt.

  • WhaleWhisperer am 09.07.2020 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ein höchst problematisches Dilemma für die serbische Regierung: sich entscheiden müssen zwischen der politischen Stabilität und der Gesundheit der Bürger? Falls einzelne extremistische Parteien oder Organisationen in die Unruhen involviert sind und die Leute "aufgestachelt" haben, müssen die auf jeden Fall strafrechtlichen Konsequenzen rechnen!