Streik-Chaos

13. September 2019 16:36; Akt: 13.09.2019 19:38 Print

So sieht es aus, wenn in Paris nichts mehr geht

Zehn der 16 U-Bahn-Linien standen in der französischen Hauptstadt komplett still. Dadurch kam es auch auf den Straßen zu massivem Stau.

Der Streik der Nahverkehrsbetriebe sorgte in Paris für das reinste Verkehrschaos. (Bilder: Reuters/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Streik hat große Teile des Pariser Metroverkehrs lahmgelegt. Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe protestierten damit am Freitag gegen Rentenreformpläne der französischen Regierung.

Zehn der 16 U-Bahn-Linien standen nach Angaben des Betreibers RATP komplett still. Auf vier weiteren Linien fuhren nur zu den Hauptverkehrszeiten Züge, zudem blieben einige Stationen geschlossen. Normaler Verkehr war nur bei zwei automatischen Linien angekündigt, die ohne Fahrer auskommen. Auch bei Strafen und bestimmten Vorortzügen kam es zu deutlichen Einschränkungen.

In der Hauptstadtregion Île-de-France drängelten sich am Morgen zeitweise deutlich mehr Autos als üblich, der Verkehrsdienst Sytadin registrierte in der Spitze insgesamt mehr als 275 Kilometer Stau. Nach Angaben des Nachrichtensenders Franceinfo waren Autobahnen in Richtung Paris besonders überfüllt.

Macrons wichtigste Reform

Frankreichs Regierung will mit der großen und politisch heiklen Rentenreform die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Arbeitnehmer sollen auch dazu gebracht werden, länger zu arbeiten. Das Projekt gilt als wichtigste Sozialreform in der noch bis 2022 dauernden Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron.

Für die Beschäftigten der Pariser Nahverkehrsbetriebe erwarten Gewerkschaften dadurch Einschnitte. Sie profitieren bei der Rente bislang von Sonderregeln und können beispielsweise früher in Rente gehen als andere Beschäftigte. Nach Angaben des französischen Rechnungshofs liegt das Renteneintrittsalter bei Mitarbeitern der Nahverkehrsbetriebe im Schnitt bei 55,7 Jahren, im allgemeinen Rentensystem dagegen bei 63 Jahren.

Haushaltsminister Gérald Darmanin verwies am Freitag im Sender Europe 1 darauf, dass bislang noch gar kein Gesetzentwurf vorliegt. Die Regierung will zur Vorbereitung bis Ende des Jahres Gespräche mit Sozialpartnern und Bürgern führen und strebt eine Parlamentsabstimmung bis zur Sommerpause 2020 an. Das neue System soll dann von 2025 an eingeführt werden.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.