Österreich

01. Oktober 2019 10:55; Akt: 01.10.2019 11:00 Print

FPÖ-​​Politiker Strache beendet politische Karriere

Einer der bekanntesten Rechtspopulisten Europas tritt ab: Heinz-Christian Strache will keine politischen Funktionen mehr übernehmen. Nun will seine Partei über ihn beraten.

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(Bild: Helmut Fohringer)

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Der frühere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat zwei Tage nach dem Wahldebakel der FPÖ in Österreich seine politische Karriere beendet. Zudem lässt er seine Mitgliedschaft bei den Rechtspopulisten ruhen. Er strebe unter anderem zum Schutz seiner Familie keine politischen Funktionen mehr an, sagte der 50-Jährige am Dienstag in Wien. Auch wolle er jeden weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und «eine Zerreisprobe und Spaltung» der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die FPÖ ein bedeutender Faktor in der österreichischen Politik bleibe.

Strache war seit Sonntag teils sehr deutlich eine große Mitschuld am desaströsen Wahlergebnis der Rechtspopulisten gegeben worden. Mit dem Ibiza-Video und zuletzt einer Spesenaffäre hatte er seine Partei in größte Schwierigkeiten gebracht.

Ausschluss bei Fehlverhalten

Die Veröffentlichung des Ibiza-Videos mit Strache in der Hauptrolle hatte im Mai den Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition herbeigeführt, eine Woche vor der Wahl geriet die Partei zudem in eine Spesenaffäre. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Strache, weil er möglicherweise Spesen falsch abgerechnet und sich so Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt hat. Strache bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bisher vehement.

Für den Fall eines nachgewiesenen Fehlverhaltens in der Spesenaffäre kündigte Parteichef Norbert Hofer Straches Parteiausschluss an. Ex-Verteidigungsminister Mario Kunsaek (FPÖ) sagte am Montag: «Wenn das stimmt, sehe ich keine andere Möglichkeit. So leid es mir tut.» Auch weitere FPÖ-Politiker erklärten, dass Strache ihrer Ansicht nach keinen Platz mehr in der Partei habe.

Das Ibiza-Video und die Spesenaffäre dürften viele Wähler davon abgehalten haben, ihr Kreuz bei der FPÖ zu machen. Die Rechtspopulisten sind am Sonntag auf 16,2 Prozent der Stimmen abgestürzt - ein Minus von fast 10 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2017. Die FPÖ-Spitzen deuteten am Wahlabend an, dass sie die Partei künftig auf der Oppositionsbank sehen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sauber am 01.10.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man es wieder: egal welche Parteien gewählt werden wollen, kommt es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten, Korruption u. Selbstbedienung etc. der Politiker. Hier bei einem FPÖ-Politiker wird das natürlich genüsslich von den Medien ausgespielt. Bei dem etablierten Politikum kehrt man so etwas gerne unter den Teppich u. spricht nicht drüber!!! Zumindest hat Strache für sein Fehlverhalten die Konsequenz gezogen u. ist zurück getreten, während andere Politiker herumeiern u. sich selber bejupeln!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sauber am 01.10.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man es wieder: egal welche Parteien gewählt werden wollen, kommt es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten, Korruption u. Selbstbedienung etc. der Politiker. Hier bei einem FPÖ-Politiker wird das natürlich genüsslich von den Medien ausgespielt. Bei dem etablierten Politikum kehrt man so etwas gerne unter den Teppich u. spricht nicht drüber!!! Zumindest hat Strache für sein Fehlverhalten die Konsequenz gezogen u. ist zurück getreten, während andere Politiker herumeiern u. sich selber bejupeln!

    • Abbes am 07.10.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      Bejupeln? Sie meinen wohl "bejuppelen"? Oder? Der Saubermann Strache wird wohl auf Ibiza umziehen. Er hat ja dort Bekannte und kann doch in einem Nightklub aktiv werden. Recycling nennt die FPÖ das.

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